50 Books Challenge 2015 – Best Of

Year in, year out; the 50 Books Challenge goes on – for the 4th year in a row I read more than 50 books from cover to cover – not counting short books with less than 180 pages and comics or graphic novels are also not included.

In 2015 I finished at least 53 books; varying from non-fictous topics (for example, every-day-chemistry, cooking/cuisine science, drug reports …) to massively huge novels (Don Winslows novels about drug cartels, Steven Kings “Under the Dome”, Dan Browns “Inferno”) up to sci-fi stories.

I’d like to point out the following books:

Novels

  • Inferno – Dan Brown (#7)
  • Ein Mann namens Ove – Frederik Backman (#36)
  • “Days of the Dead” and “The Cartel” – both by Don Winslow

Classics

  • Fiesta: The Sun also Rises – Ernest Hemingway (#31)
  • Gulliver’s Travel  – Jonathan Swift (#32)
  • Der illustrierte Mann – Ray Bradbury (#42)

Non-fiction

  • Anleitung zur Schwerelosigkeit (Astronaut’s Guide to life on Earth) – Chris Hadfield (#24)
  • Crystal Meth – Wie eine Droge unser Land überschwemmt – Dr. Roland Härtel-Petri (#19)
  • Rätsel der Kochkunst – Hervé This-Benckhard (#44)

 

Bonus/Comics
Asterix und die Trabantenstadt (#12a)

 

Leben im Quadrat

Mannheim – Juli, August und September 2011

Die Stadt in der sich Rhein und Neckar treffen hat mich zurück. Nach meinem Mexikoaufenthalt galt es eine neue Wohnung in Mannheim zu finden. Durch Couchsurfen bin ich in der mannheimer Neckarstadt und auch in Heidelberg unterwegs gewesen. Aber Couchsurfen eignet sich nur bedingt zur Wohnungssuche. Man hängt mit gepackten Koffern bei auf Sofas von Freunden rum, geht täglich zur Arbeit und nebenbei soll noch Wohnungensbesichtigungen klappen? Fand ich zu ungemütlich …

Also bin ich zur Zwischenmiete in die Quadrate gezogen. Ein Intermezzo direkt in der Innenstadt von Mannheim war erfrischend – und ernüchternd. Für diejenigen, die Mannheims schöne Quadrate noch nicht kennt, es gibt nicht nur in Amerika durchnummerierte Straßenzüge. Noch vor Städten wie New York oder Washington DC wurde im siebzehnten Jahrhundert beschlossen, dass die mannheimer Innenstadt nach einem Quadratmuster entworfen wird. Straßennamen wichen einem Koordinatensystem. Mein Zwischendomizil war das Quadrat U3.

Der Penny Markt in der Innenstadt hat mich überrascht – kaum Betrieb am Samstagmorgen!!! Und was habe ich in den wenigen Wochen, die ich “im Quadrat” gewohnt habe für Anekdoten erlebt: Nachmittags im Penny herrschte der türkischstämmige Vorarbeiter an den Kühltruhen entlang und schulmeistert die Kundschaft in breiter türkisch/mannheimer Mundart: “Naaa, isch erklär’s Ihne’ noochamol. Des sin’ beides de’ gleiche’ Sorte Quark. Aber der hier hat nur Halbfettstuf’!

Und der Straßenlärm? Den habe ich erst gar nicht wahrgenommen. Später schon. Joggen am Neckar war sehr genial. Sonntagsmorgens raus und dann vom Neckartor bis nach Neuostheim gejoggt. Vielleicht ist dies meine unbewusste Liebeserklärung an meine liebste Stadt im Rhein-Neckar-Delta …

[… auf das noch mehrere folgen]

Es sind die kleinen Dinge die Freude bereiten / “Kleiner” Jin Mao

Letzter Tag, letzter Abend, letzte Nacht in Shanghai – 11-SEPT-2014

(Deutsche) Kollegen empfahlen mir schon in meiner ersten Woche in Shanghai einen Feierabenddrink in der Spitze des Shanghai World Financial Center (SWFC). Den Drink und das “Feierabendgefühl” wollte ich aufsparen für den Moment in dem wirklich Feierabend für mich in Shanghai ist: den letzten Abend nach absolvierter Arbeit und erfolgreich absolviertem Auslandseinsatz

Mein Ausflug zur Spitze des SWFC genügte mir dann allerdings um zu überdenken, ob die Spitze des SWFC es wirklich für den letzten Abend wert ist. Da mittlerweile auch das SWFC nicht mehr der höchste Wolkenkratzer in SH ist, ist auch der Attraktionseffekt hinüber.
Schließlich gewann der “kleine” Jin Mao – einst der größte Wolkenkratzer Chinas – nun der “kleinste” zwischen den drei großen Türmen im Wolkenkratzerwald von Pudong – tja, meine Schwäche für Underdogs entschied.

The Big Three at Night

The Big Three at Night

Wider besseren Wissens ließ ich mir von unserer chinesischen Teamassistentin einen Tisch in der “Cloud 9 Bar” im 87. Stock des Jin Mao reservieren. “Einen Platz auf Pudong Seite am Fenster bitte” – diesem Wunsch wurde, in gewohnter chinesicher Servicequalität entsprochen: Platz in zweiter Reihe am Gang, immerhin auf der dem Bund zugewandten Seite, aber nur, weil die Bar in der Woche nicht ausgebucht war und aus Rationalisierungsgründen nur die Hälfte der Bar belegt wurde.
Wie erwartet waren Service und Getränke mittelmäßig – wie in all den Restaurants und Bars “on top of the city/above the city” zahlt man Aufschlag für die Aussicht.
Das Ambiente selbst ist noch moderner als die Kritiken beschrieben, doch leider nicht sehr gemütlich.
Es ist extrem dunkel – egal, welche Einstellung man für Fotos verwendet, keine passt (entweder überbelichtet durch Blitz und dann keine beleuchtete Skyline im Hintergrund – oder zu dunkel um überhaupt etwas zu erkennen).
Die Musik zu laut um sich zu unterhalten etc.

Die Bedienung sprach kaum oder nur wenig englisch, reißt sich allerdings den Arsch auf. Nachdem ich einen alkoholfreien Cocktail bestellte und mir die Bedienung mit den Worten “Long-Island-Ice-Tea” ein Longdrinkglas mit verdächtig dunkler Flüssigkeit servierte, wurde ich etwas stutzig.
Die “Vorarbeiterin” kam sofort an unseren Tisch gestürmt um die Situation zu klären, entschuldigte sich in tiefgebeugter Büßerhaltung und saß mir schon fast auf dem Schoß um mir zu versichern, dass es sich tatsächlich um mein bestelltes Getränk handle – nicht um einen Long-Island-Ice-Tea. Fehlte nur noch, dass sie in ihrer Unterwürfigkeitsgeste einen Dolch zückt und zu meinen Füßen knieend rituellen Selbstmord durchführt…

Naja, been there, seen it. No surprises. Checkmark on my list.

Last Night @ Lujiazui

Last Night @ Lujiazui

Geständnis eines Capsaicinsüchtigen

Hallo treue Leserin, hallo treuer Leser,

Heute wird ein Geheimnis gelüftet!

Du/Sie/ihr habt womöglich gemerkt, dass ich in diesen Tagen einige Blogeinträge veröffentliche, die schon eine Weile zurückliegen. Man könnte es als Frühjahrsputz in meinem “Entwurfs”-Ordner bezeichnen. Einige Blogeinträge warten schon seit Montaten -manche sogar seit Jahren – auf ihre Veröffentlichung. Jetzt wird endlich aufgeräumt im “Entwurfs”-Ordner. Hier folgt nun einer der ältesten Blogeinträge denen bisher die Veröffentlichung verwährt war. Schon seit über drei Jahren wartet mein Coming-Out als Capsaicin-Süchtiger auf seine Veröffentlichung. Nun wird mein kleines Geheimnis gelüftet …

März/April/Mai 2011:

Es ist ein offenes Geheimnis: Ja, ich bin ein Capsaicin-Junkie!!!

Ich weiß, dass ich durch den Konsum erhöhter Mengen meine Gesundheit gefährde. Eine erhöhte Menge ist allerdings abhängig von der Kondition des Konsumenten :-) Und noch ein toller Fakt: Capsaicin ist absolut legal!

Ich dachte mir zu Anfang meines Mexikoaufenhalts zu steigern, bis ich schließlich eine der schärfsten Chili der Welt probiert habe. Jedenfalls meinte einer der Kunden, dass man in einem der mexikanischen Restaurants nebenan die schärfte Chili der Welt essen kann (er meint wahrscheinlich die Sorte Habanero, wobei es schärfere asiatische Chilis gibt.
Aber es ist ohnehin umstritten, welches die schärfste Chili der Welt ist – Hier zählt das Gesetz: Desto kleiner, desto schärfer – nicht unbedingt die Signalfarbe).
Wie dem auch sei, meine Augen müssen diabolisch gefunkelt haben, als Habaneros erwähnt wurden.

In Mexiko werde ich mich bis zur Million steigern -> eine Million Scoville-Einheiten

Nachdem ich die erste Woche in Mexiko eher gemäßigt gegessen habe, traute ich mich in den darauffolgenden Wochen immer schärfere und exotischere Gerichte zu essen.

Auch Salsa Habanera (Sauce aus Habaneroschoten) habe ich schon als Würzmittel ausprobiert.
Allerdings mit Ernüchterung. Die Salsa war nicht so scharf wie ich mir vorgestellt habe – allerdings zu scharf für die durchschnittliche mitteleuropäische Zunge.

Und dann war es soweit: Der Supermarkt um die Ecke hatte endlich Habanero in der Auslage!
Ich habe eine Tüte gekauft und was soll ich sagen:
Genau so wie erwartet: Die grünen sind mittelscharf (eine ist ungefähr so scharf, als würde man zwei Chili Serrano essen).
Die orangen sind schon schärfer und bei den gelben sollte man bereits beim Schneiden vorsichtig vorgehen.
Aber es ist vollzogen: Ich habe Habaneros gegessen. Sogar komplett am Stück mit Kernen und Samenleiter:-)

… meine Kollegen haben mich einen todesmutigen Frevler genannt.

Bereits beim Schneiden steigt einem die ätherische Würze in die Nase. Noch 1-2 Stunden später hat man Spaß, weil man miterlebt wie die Chili vom Magen in den Darm wandert – oder man unvorsichtigerweise Chilis ohne Handschuhe schneidet und sich später die Nase putz😉

Ja, mit den Habaneros hatte ich meinen Spaß.

An meinem letzten Abend waren wir nocheinmal in einem mexikanischen Restaurant, das vier verschiedenen sorten von Salsa Habanera hat.
Von “mild” bis “extra scharf”.
“Mild” kitzelt ein bisschen an den Seiten der Zunge. Scharf, kitzelt mitten auf der Zunge. Sehr scharf an der Zungenspitze.
Nach Probieren der ersten drei fühlt man die gesamte Bandbreite der Gechmacksnerven.
Und bei der vierten – extra scharf aus gelben Habanaros – wird auf der ganzen Zunge ein Mini-Feuerwerk entflammt.
Da merkt man plötzlich wo die letzten Geschmacksknospen auf der Zunge von den vorigen Salsas nicht erreicht wurden :-)

Hong Kong Style: Dim Sum, klebrig-kariös und doch unwiderstehlich süß

An meinem letzten Abend in Shanghai hat es tatsächlich geklappt: Dim Sum – Hong Kong Style
Viele Chinesen aus Hong Kong sagten, dass es außerhalb Hong Kongs kaum authentisches Dim Sum gäbe – außer in überteuerten Spezialrestaurants, die ich gemieden habe.

Meine Abendbegleitung wollte mich überraschen mit chinesischem Essen, das ich noch nicht probiert hatte. Leider waren wir zeitlich etwas unter Druck, da wir eine Reservierung in der Cloud 9 Bar des Jin Mao hatten (dazu in einem anderen Blogpost). Meine Begleitung verlor ihr Selbstbewusstsein, weil ich schon so viele verschiedene Küchen Chinas ausprobiert hatte, dass ihr kein Restaurant übrig blieb, das etwas servierte was ich noch nicht kannte. In Anbetracht der knappen Zeit schlug ich kurzerhand den Food Court im Untergeschoss der Super-Brand-Mall vor. Das traf die Voraussetzung für schnell, große Auswahl, gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Schließlich gab es dann doch etwas, was ich noch nicht probiert hatte: Dim Sum – Hong Kong Style

Wie es in China mit dem Essen so ist, alle Sinne essen mit: In runden Bambuskörben wurden mundgerechte Kunstwerke gedämpft.

So klein – und gleichzeitig so gehaltvoll😉

Die bunten Happen im Bambusnest muteten vielmehr wie Plastik/Gummi-Dekoration an, als tatsächlich etwas Essbares. Manche Stücke sehen aus wie aus Gummibärchengelantine, haben die Konsistenz von Weingummi und den Geschmack von irgendwas dazwischen – etwas fester als Melasse; auch leicht geleeartig. Lässt sich definitiv besser kauen als Weingummi. Klebt nicht zu stark, aber melassenartig. Es gab auch Teigtaschen die zwar herzhaft/salzig waren, doch auch einen süßen Kern hatten. Egal welche Form und Farbe, die Happen hatten eine Gemeinsamkeit: klebrig, klebrig, klebrig

… und süüüüüüüüüß

Im Abgang nicht so sauer wie Gummibärchen. Aromatisch wie exotische Früchte, manch andere schmeckten leider künstlich.

Die weingummiartigen Stückchen haben eine fiese Nebenwirkung wie Napalm: Klebt am Opfer um es zu zersetzen -> klebt am Zahn um Karies und Bactus fressen zu lassen😉

Doch so schön süß.

Laut chinesischen Kollegen isst man die Häppchen eher zum Nachmittagstee. Dass kann nur an den britischen Einflüssen liegen – Hong Kong ist schließlich erst ein paar Jahre keine UK-Kolonie mehr.

Hong Kong Style Dim Sum war jedenfalls den Versuch wert. Checkmark on the list:-) – Neugier an Hong Kong geweckt

Sweet!

Sweet!