Madrid y Andalucía – September 2010

… und plötzlich war der Trip durch die Benelux Länder vorbei!
Meine Rückreise nach Mannheim erfolgte über Trier – Saarbrücken – Kaiserslautern. Die kurze Bahnstrecke zwischen Luxemburg und Trier bot mir einen schönen Blick auf die Mosel bei herrlicher Nachmittagssonne.

Dann folgte ein Abend wie ich ihn schon einige Male in diesem Jahr erlebt habe. Ein relativ spärlich geplanter Spontantrip hat sich als großer Erfolg herausgestellt. Aus einer fixen Idee wurde eine tolle Urlaubswoche. Darum war ich an jenem Abend wunschlos glücklich und total entspannt.

Das änderte sich leider sehr schnell am folgenden Tag als ich bemerkte, dass ich für die Spanienreise bisher nur den Flug gebucht und einen Streckenplan skizziert hatte. Den Sonntag verbrachte ich daher mit dem Versenden von Couch Requests und lesen von Hostelwertungen. In den Benelux Staaten bin ich komplett durch Couchsurfing herumgekommen. Für Spanien stand ich vor Problemen, da – wie mir erst später in Córdoba klar werden sollte – die Spanier zwar Englisch verstehen, aber ihre Anfragen lieber auf spanisch bekommen. Da war ich zu blauäugig einfach alles auf englisch zu versenden. Aber egal einen ziemlich verrückten Host hatte ich für Madrid schließlich gefunden.

Vor dem Abflug fehlte mir zwar immer noch die ein oder andere Unterkunft aber diese Ungewissheit nahm ich in Kauf.
Doch eins stand vor der Abreise fest: Dieses Jahr werde ich mir keine derartige Tour mehr vornehmen!

Hier nun der Schnelldurchlauf durch meinen ersten Aufenthalt in Madrid (13.09. – 17.09.):

Am Montag 13.09. flog ich mit der Spanair von Frankfurt nach Madrid. Beeindruckende Fels- und Gebirgsformationen boten sich in der spanischen Hochebene. Schroffe Felsen die von der Sonne angestrahlt wurden. Flache, doch immer steiler anwachsende Berg erheben sich in den Provinzen um Madrid; gerade so als würden die Pässe durch das Land kriechen und sich weiter ausbreiten wollen.

Der Flughafen Madrid-Barajas wirkt kleiner als er ist. Der Flughafen wurde in die Länge gebaut. Dass er recht langgezogen ist merkt man erst,wenn man von einem Terminal zum anderen wechseln muss. Und auch ich habe erst bei meinem Abflug gemerkt, dass der Flughafen zu den größten in Europas gehört.

Erste Herausforderung am Madrider Flughafen: Kaufe ein “Abono Transporte de Tourístico” (Abokarte für die Metro – erhältlich für unterschiedliche Anzahl an Reisetagen und Zonen im Stadtnetz). Kennst du den Monty Python Sketch mit dem Ungarn und dem “dirty hungarian phrasebook”? So in der Art stolperten meine ersten spanischen Sätze in Madrid aus mir heraus. Störte mich anfangs nicht. Aber im Nachhinein habe ich gemerkt, was für einen Kauderwelsch ich am Schalter gesprochen habe. Leider war das Auffrischen von meinen Spanischkenntnissen vor dem Urlaub aus Zeitgründen ebenfalls nicht drin.

Die ersten Tage in Madrid habe ich mich mit Couchsurfen durchgeschlagen. Am ersten Abend hat mich mein Gastgeber durch Atocha (Wohnviertel um den Hauptbahnhof) geführt. Die Halle des Hauptbahnhofes kann es mit den Wandlerhallen von Hamburg aufnehmen. Allerdings fahren die Züge nicht mehr durch den alten Teil – dieser bietet nun einem Mini-Dschungel Platz. Darin leben sogar exotische Tiere!

Der Abend endete auf dem Dach des Wohnhauses, da mein Gastgeber die glorreiche Idee hatte mir zu zeigen, dass er den Schlüssel zum Dach hatte und dort oben mit mir Zigarre rauchen und Jägermeister trinken konnte. Whatever, der Blick über den beleuchteten Hauptbahnhof bei Nacht war genial!

Dienstagabend habe ich seinen Vater kennengelernt. Der Mann redet natürlich nur Spanisch. So war es für mich kein gemütlicher Tapas-Abend, da ich mich ziemlich darauf konzentrieren musste, was er eigentlich erzählt hat. Aber alles in allem war es ein Abend wie er mir nur recht ist. Tapas essen unter Spaniern in einem Barrio weit weg von Touristen.

Um wieder auf Massentourismus zurückzukommen: Am Mittwoch war ich im Prado. Dieses Kunstmuseum ist riesig! Wenn man in einer der Eingangshallen den Gebäudeplan in der Hand hält, fällt das anfängliche Orientieren bereits schwer. Dieses Museum enthält dutzende Meisterwerke der europäischen Malerei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Die gesamte Sammlung beläuft  sich auf 5000 Kunstwerke, von denen 3000 permanent ausgestellt werden – nur um mal ein paar Zahlen in den Raum zu werfen🙂
Ein Großteil natürlich spanische Malerei von Velázques, El Greco oder Goya – jedoch auch flämische, französische oder deutsche. Ein berühmtes Selbstbildnis von Dürer hat mich im Prado relativ kritisch angeblickt. Die flämischen Bilder wirkten auf mich eher unspektakulär, was daran liegen mag, dass ich in der Woche zuvor die großen Meister bereits in Amsterdam bewundern konnte😀
Beeindruckend fand ich die Bilder von Goya. Allein dafür lohnt sich der Eintritt! Insgesamt war ich ca. 5 Stunden im Museum. Rekordaufenthalt während meines Urlaubs.

Donnerstagmorgen verließ ich meinen Gastgeber und wechselte in ein Hostel an der Calle del Arenal; der belebten Fußgängerzone die vom Opernplatz zur Puerta del Sol führt. Ich habe nur ein Bett für eine Nacht bekommen – was mir letztlich auch ganz gut passte.
In der Nacht sollte ich erfahren, dass Madrid nie schläft. Selbst die heftige Gewitternacht hielt einige Nachteulen nicht davon ab in den frühen Morgenstunden durch die Straßen zu lärmen. Und als die Sonne aufging legten sich die Bauarbeiter am Opernplatz
wieder ins Zeug. Gesunder Schlaf? Dort unmöglich …
Zusammenfassung der Highlights vom Donnerstag:
Ich unternahm eine Tour durch die opulenten Bauten rund um den Palacio Real – den Königspalast. Angefangen beim herrlichen Plaza del Oriente, dann selbst zum Palacio Real und der anliegenden Kathedrale. Zum Sonnenuntergang bin ich zum Templo de Debod gegangen. Das ist ein Tempel der in Ägypten vom Abriss bedroht war. Spanien hat den Tempel übernommen und nach Madrid versetzt. Zudem steht der Tempel in einer Parklanlage auf einer Anhöhe von der man einen guten Blick über einen Großteil von Madrid hat.  Ägyptischer Tempel mitten in Spanien? Wirrer Anachronismus, aber nichts im Vergleich zu dem, was ich später in Andalusien sehen würde🙂

Abends traf ich mich nochmal mit meinem Gastgeber. Dabei erlebte ich dann eine Fahrt über die Gran Vía bei Nacht. Diese mehrspurige Verkehrsader Madrids ist durchaus mit dem Broadway in NY vergleichbar – wenn man sich die Theater wegdenkt und nur die riesige Leuchtreklame vor Augen hat.

Den Freitag verbrachte ich auch größtenteils mit Sightseeing an den historischen Plätzen der Stadt. z.B. im mittelalterlichen Kern Madrids und der Belagerungsstätte der Mauren die nun ein Park am Fuße des Königspalastes ist.

Und dann ging die Reise per Interrail am Samstagmorgen weiter. Aber meine Erlebnisse im Westen von Andalusien gibt es in einer weiteren Mail.

Saludos
Patrick

2 thoughts on “Madrid y Andalucía – September 2010

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