Un de los Pueblos Mágicos: Cuetzalan // Eins der magischen Dörfer: Cuetzalan

Am 05. Februar begehen die Mexikaner den “Aniversario de la Constitución Mexicana” (Jahrestag der mex. Verfassung). Da dieser gesetzliche Feiertag in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, wurde der Montag zum Brückentag. Damit bot sich die Gelegenheit über das lange Wochenende etwas weiter weg zu fahren.

Wochenende 04.02. – 07.02.2011:

Chinesisches Neujahrsfest in Mexico City

Chinesisches Neujahrsfest, México DF

Bevor Claudia und ich in der Nacht auf Samstag per Bus nach Cuetzalan aufbrachen, trafen wir uns in der Innenstadt von Mexico City mit ein paar Mexikanern und gingen auf das chinesische Neujahrsfest in Chinatown. Zu dem Fest gehörten rote Lampions, Tänzer mit Pappdrachen, ein mit Menschen vollgestopfter Markt und natürlich krachendes Feuerwerk. 

Cuetzalan ist ein Bergdorf im Nordosten des Bundesstaates Puebla. Der Golf von Mexiko ist knapp 70 KM entfernt, was zu wechselhafterem Wetter als in Mexico DF führt. Bei unserer Ankunft fuhren wir am Samstagmorgen zuerst durch trockene und sonnige Landschaften, bis wir schließlich die Berge erreichten und vor lauter Nebel dummerweise nur knapp 30-40 Meter weit sehen konnten. Doch die weißen Nebelschwaden an unserem ersten Tag in Cuetzalan trugen zu einer geheimnisvollen Atmosphäre im Dorf bei – eben ein pueblo mágico.

Ortseingang Cuetzalan bei Nebel

Ortseingang bei Nebel

Nach einer schlaflosen Nacht in Busterminals und Autobussen galt es nach der Ankunft einen Eindruck vom Dorf zu bekommen, eine Unterkunft zu finden und ganz wichtig: Frühstücken!

Mittlerweile habe ich die nächste Stufen auf der Skala mexikanischen Essens erreicht. Nämlich “Größere Mahlzeiten außerhalb von Santa Fe” und “Essen von der Straße” zu probieren. Das alles klappte ohne gesundheitliche Komplikationen. Details über mexikanisches Essen folgt später – das ist mehrere separate Artikel wert.

Trotz Nebel unternahmen wir am ersten Tag einen Ausflug zu den brisas (kleiner Wasserfall). Auch ohne ins Wasser zu gehen, wurden wir aufgrund des Nebels nass. Das Wetter war nur bedingt geeignet für einen Ausflug zum Wasserfall – wegen Nebel schon feucht genug – doch egal. So reiste ich zum ersten Mal per camioneta (kleiner Transporter der anstelle des fehlenden Nahverkehrs die Anwohner von Dorf zu Dorf bringt). Die Touren waren jedesmal holprige Fahrten in überfüllten Pritschenwagen auf schlaglochzerfressener Straße – aber spaßig.

 

Nebel - Weg zu den Brisas

Weg zu den Brisas

 

Las Brisas

Las Brisas

Las Brisas
Las Brisas
Blick von unserer Terasse auf die Kirche

Blick von unserer Terasse (ohne Nebel)

Glücklicherweise klarte es am Sonntag auf. Der Nebel war weg und die Sonne wärmte das Dorf. Und uns fiel auf, dass wir von der Hotelterasse einen herrlichen Blick auf das Dorf und besonders die Kirche hatten.

Am Sonntagvormittag herrschte buntes Treiben im Zentrum des Dorfes. Am und auf dem Platz um die Kirche standen dicht an dicht die Verkäufer und boten ihre Waren feil. Kaufen konnte man hier alles mögliche. Gemüse, Obst, Kaffee, Vanille, Fleisch, Kleidungsstücke, Schmuck und Gewürze (natürlich auch Chili). Besonder ulkig fand ich, dass es an auf dem ganzen Markt zusammengenommen Hühnchen in verschiedenen “Zubereitugsstufen” angeboten wurde: lebend, enthauptet und gerupft, ausgenommen und natürlich auch servierfertig.

Sehr aufdringlich sind die Straßenverkäufer, die keinen eigenen Stand haben, sondern versuchen ihre Waren an Passanten und Restaurantgäste zu verkaufen. Diese Verkäufer lassen nicht locker, solange sie noch nicht alles präsentiert haben, was sie in ihrem Säcklein zum Verkauf anbieten.

Fleischverkauf - man beachte den Schweinekopf

Fleisch jeglicher Art

 

The Indigenous Way of Trading

Angebot und Nachfrage

 

chiles y verduras

chiles y verduras

Nachmittags haben wir uns eine Vorführung der örtlichen voladores angesehen. Voladores (zu dt. Fliegende) sind eine Gruppe von Männern, die sich gekleidet in Trachten von einen hohen Stamm kopfüber abseilen. Das sieht ein bisschen aus wie Kettenkarussel – mal abgesehen davon, dass es keine Gondeln gibt und die Voladores sich kopfüber dem Boden entgegenzirkeln. Einer von denen hat beim Abseilen sogar noch mit Flöte und Schlaghölzchen musiziert!

 

Voladores beim Aufstieg

Voladores beim Aufstieg

 

Voladores beim Abseilen

Voladores beim Abseilen

Musizierender Volador beim Abseilen

Musizierender Volador

 

Außerdem sind wir an dem Tag aus dem Dorf raus zu einer Tropfsteinhöhle gefahren. Aber die Flora außerhalb der Höhle war für uns letztlich doch ein schönerer Aufenthaltsort.

Für den letzten Tag, Montag, ergab sich wieder eine Planänderung: Eigentlich wollten wir bei gutem Wetter zu den Ruinen, doch laut Reiseführer sind diese am Montagen geschlossen. Auch die Touristenauskunft konnte nicht genau sagen ob die Ruinen geöffnet sind, denn vermutlich hätten die Betreiber der Stätte keine Lust mehr so kurz vor den Regionalwahlen noch zu arbeiten (- Wann werde ich die mexikanische Logik verstehen?). Darum entschlossen wir uns einen der weiteren Wasserfälle in der Umgebung zu besuchen; genannt la cascada.

Zu spät stellten wir leider fest, dass wir wieder auf dem Weg zu den brisas waren (ohne Nebel sieht die Umgebung nunmal anders aus :-S ). Aber ein Einheimischer war bereit uns zu einem “viel cooleren” Wasserfall zu führen – gegen Bezahlung versteht sich. Diese Führung wurde zum Höhepunkt des Tages, wenn nicht sogar der ganzen Reise. Der Pfad über den wir liefen führte ins Tal zwischen zwei stark bewälderten Bergen. Vorsichtshalber hatte unser Führer auch eine Machete und ein Seil dabei, falls der Weg unpassierbar sein sollte. Passierbarkeit ist in Mexiko relativ. Der Abstieg zum Wasserfall (und der spätere Aufstieg zurück) kann locker mithalten. Ein kleiner Trampelpfad zog sich durch Farne und Moose, führte vorbei an Kaffeesträuchern, kreuzte eine belebte Ameisenstraße und endete schließlich am Bach des Wasserfalls, den man nur über glitschige Steine passieren konnte. Den Heimweg trat ich mit nassen Schuhen an und meine Jeans war nach dem Spaziergang im Bach bis zu den Knien durchweicht. Aber alle Widrigkeiten die der Weg zum Wasserfall mit sich brachten waren es wert! Wenn man vor der Felsflucht steht, in die der Wasserfall herabschießt, weht einem eine frische Brise entgegen. Die kühle Luft umgarnt einen mit tausend kleinen Wassertropfen und durch das metertiefe doch glasklare Wasser kann man jedes Detail der Kiesel auf dem Grund erkennen. 

Am Nachmittag traten wir die Reise zurück in den Alltag von México DF an. Obwohl uns das Schicksal desöfteren einen Streich gespielt hat, war es ein sehr schönes Wochenende …

WEITERE FOTOS FOLGEN DEMNÄCHST – HEUTE ABEND NERVT EINFACH NUR DER IE UND WORDPRESS!

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