… und sie fahren doch!

Micros nahe der Metro Tacubaya

Micros nahe der Metro Tacubaya

Nach meinen Startschwierigkeiten mit den Bussen habe ich mittlerweile rausbekommen, welche Busse zwischen Santa Fe und ein paar Metro-Stationen pendeln. Bei den nächsten Versuchen per Bus nach Santa Fe zurückzukommen musste ich letztes Wochenende allerdings noch herumfragen … wenn ein Busfahrer sagt, el último führe nach Santa Fe, dann meint er wirklich den allerallerletzten Bus in der Schlange. In googlemaps sind die Warteschlangen der grün-weißen Busse an der Station Tacubaya gut zu erkennen (als Hilfe noch mit grünem Pfeil markiert). Seit dem vergangenen Wochenende klappt das Pendeln in die Innenstadt per Bus relativ gut Allerdings dauert es mind. eine Stunde um von Santa Fe per Bus und Metro an eine Station in der Innenstadt zu kommen … aber die murales entlang der Strecke Tacubaya/Santa Fe sind sehenswert. Wer hier von Grafitti redet ist ein Kunstbanause.

Hinterteil eines micros und ein mural in Tacubaya

Hinterteil eines micros und ein mural in Tacubaya

In Mexico City gibt es verschiedene Typen von Bussen im Nahverkehr. Ich nehme meistens einen sogenannten micro. Der ist etwas kleiner als ein Linienbus, doch immerhin noch größer als ein pesero. Ein pesero spielt in der Liga der Kleinbusse (z.B. VW Busse). Die peseros nennt man mancherorts auch colectivos. Diese funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie die camionetas – nur mit anderen Fahrzeugklassen. Doch auch in der Mittelklasse der Busse gibt es noch Abstufungen. Daher werden desöfteren auch die micros mit peseros bezeichnet … noch Fragen?😉

So ganz rausgefunden warum ich manchmal 4 Pesos und manchmal 5 Pesos für die Fahrt zu den Metrostationen Tacubaya oder Observatorio zahle, habe ich noch nicht.

Meine Theorien:

(1) Bei micros die offensichtlich unbequem, laut, in irgendeinerweise defekt und/oder kurz vor dem 5. Motorversagen stehen, wird ein reduzierter Fahrpreis von 4 Pesos angeboten.

Micro von Innen (man beachte das große Kruzefix)

Micro von Innen (man beachte das große Kruzefix)

(2) Für die Fahrt mit micros die neu oder gut instandgehalten wurden und/oder mit kreativem Interieur aufwarten können, zahlt man ein erhöhtes Fahrgeld von 5 Pesos (Beispiele für kreatives Interieur: Schaltknauf von Ferrari oder Porsche, Kruzefix und/oder Marienstatue, Amaturen des Fahrers komplett im Stile des Batmobils gehalten … um nur ein paar der “Tuning”-Varianten zu nennen)

(3) Musik! Wenn der Fahrer die Fahrgäste an seiner Musik teilhaben lässt, habe ich immer 5 Pesos gezahlt – manchmal sogar mit Vergnügen🙂

(Eine Einheimische hat meine Theorie Nr. 2 bekräftigt🙂 )

Die Fahrten zwischen dem Südteil des lebhaften Arbeiterviertels Tacubaya und Santa Fe sind manchmal ein Erlebnis für sich:

Wenn's voll wird sitzt Junior vorn

Wenn's voll wird sitzt Junior vorn ...

Auf- und Abspringen erinnert an verwackelte Handkameraszenen aus Aktionfilmen – mit dem Unterschied, dass man selbst kein Stuntdouble hat.

Am Wochenende sind die Straßen häufig frei, was die Fahrer zu Rennen oder Geschwindigkeitsrekorden animiert.

Desöfteren habe ich mich gefragt, ob es eine Art TÜV auch in Mexiko gibt. Die micros mit derangierter Hinterachse sprechen hier eine deutliche Sprache: Nein, gibt es (wahrscheinlich) nicht! 

Die maximale Zuladung eines Micros ist ebenfalls Auslegungssache. Zu Feierabendszeiten fahren einige Busse mit starker Schlagseite, weil jeweils noch 3-4 Leute auf den Trittbrettern mitfahren (denn im Bus stapeln sich bereits die Leute).

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