Wann ist der Mensch Mensch? – Ein Wochenende in Mexico City

Ein Wochenende voller Couchsurfing Aktivitäten … ich bin kaum in Sta. Fe gewesen – so gefallen mir die Wochenenden am besten :)

Freitagabend/-nacht  01-APR-2011

An diesem Freitag war wieder mit Couchsurfern in der Arena de Mexico zur Lucha Libre. Klar die Showkämpfe sind zweitrangig; die gute Stimmung zählt.

Nach den Luchas sind wir ins “Patrick Miller” zum Tanzen gegangen. Ich hielt das erst für ein Wortspiel von meinen mexikanischen Freunden, doch es gibt wirklich einen Nachtclub in DF mit Namen Patrick Miller. Dort laufen fast ausschließlich Elektro-Remixe von Songs aus den 80ern. Durchaus tanzbar. Aber die Tanzfläche, bzw. die Aufmerksamkeit gehört hier den Tänzern die sich “Battles” liefern. Die meisten sind dabei angezogen wie eine Mischung zwischen Graf Dracula und Prince – warum gibt es nach den Luchas immer solche Freakshows?

Samstag 02-APR-2011 

Tlaloc - Gott des Wassers und Regens

Tlaloc - Gott des Wassers und Regens

Den halben Tag verbrachte ich im Museo Nacional de Antropología. Im Museum gibt es neben einer Einführung in die Anthropologie und die Völkermigration über die Beringstraße viele, viele Ausstellungssääle über mexikanische Urvölker. Allein voran exzellente Sammlungen über Azteken, Maya und das Volk Teotihuacáns.

Insgesamt ist das Museum viel zu groß um es an einem Tag anzusehen. Die Sääle der oberen Ebene habe ich komplett ausgelassen und durch die Sääle von den Zapoteken, Tolteken und Huasteken bin ich nur durchgeschlendert ohne mich tiefer damit auseinanderzusetzen was ausgestellt wird.

Relikte aus Teotihuacán

Relikte aus Teotihuacán

Überrascht hat mich der Saal über die Kulturen der Golfküste. Die Sammlung in DF kann mit der des Museo de Antropología in Xalapa fast mithalten. Es gibt hier sogar zwei “kleine” Olmekenköpfe und olmekischen Schmuck aus Jade. Außerdem grinste mich hier eine berühmte huastekische Figur an, die ich eigentlich in Xalapa vermutet habe. Aber die Sammlung in Xalapa ist trotzdem größer und hat mir besser gefallen.

Nach dem Saal der Maya war ich fertig mit der Welt. Eine sehr interessanter Filmvortrag über die Mayasprache und -schrift bringt mir ein wenig Erleichterung darüber, dass ich nur spanisch lernen muss und keine so komplexe und vielschichtige Sprache wie die der Maya.

Sonntag 03-04-2011

Auf den Schultern von Giganten (Monumento a la Revolución)

Auf den Schultern von Giganten (Monumento a la Revolución)

Auf meiner Liste stand noch eine Fahrstuhlfahrt hinauf auf das Monument für die Revolution (Monumento a la Revolución). Die Aussicht rechtfertigt den Preis nicht – zu viel Smog und unspektakuläre Gebäude in der näheren Umgebung. 

Der Besuch im anliegenden Museo de la Revolución lässt die Enttäuschung schnell wieder vergessen. Hier habe ich gelernt, dass es nicht eine Revolution gab, sondern verschiedene Etappen, die sich über mehrere Jahre hingezogen haben. Namen von Revolutionskämpfern wie Francisco “Pancho” Villa und Emiliano Zapata waren mir schon vorher bekannt, doch im Museum gibt es viel zu entdecken.

Auch in diesem Museum zahlt man sonntags keinen Entritt, so dass viele Familien die Chance nutzten ihren Kindern etwas mehr über mexikanisches Erbe beizubringen.

Sonntag ist und bleibt Familientag bzw. “Community Day”. Nachmittags war ich deshalb bei meiner mexikanischen Couchsurfing Community zum “cook surfing”.

Monumento a la Revolución

Monumento a la Revolución

Davon habe ich schonmal berichtet. Diesmal gab mehr internationale Küche: polnisch, marokkanisch und natürlich mexikanisch. Gekrönt wurde die lange Liste der Speisen diesmal von Käsespätzle – zubereitet von mir in fast dreistündiger Kleinarbeit. Es hatte die gleiche Konsistenz wie Käsespätzle, es schmeckte annähernd wie Käsespätzle – aber es sah überhaupt nicht nach Spätzle aus🙂

Am Montagmorgen habe ich etwas mitgemacht, was der Durchschnittsmexikaner der in Santa Fe arbeitet jeden Morgen mitmacht: Morgendliches Pendeln nach Santa Fe mit Metro und Micro

Die U-Bahn war zwar nicht vollgestopft, doch gut voll. Micro kaum ein Unterschied. Letztlich kurierte mich das Couchsurfen in Méxicos Zentrum mit anschließendem Pendeln nach Santa Fe von der Idee näher an einem der kulturellen Stadtzentren zu wohnen.

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