Mérida

18-JUNIO-2011 – 20-JUNIO-2011
Die Stadt Mérida im Bundesstaat Yucatán ist ein einziger Marktplatz. In Mérida sieht man das gleiche Bild wie in anderen mexikanischen Städten. Wenn man den malerischen grande plaza Richtung Süden verlässt, verschlingt einen das Marktgetümmel. Mérida hat zwei oder drei große Markthallen. Aber die Straßen dazwischen sind bevölkert von Geschäften und unzähligen Straßenhändler die so ziemlich alles verkaufen, was Abnehmer findet. Man hört Geschrei, Verkehrslärm und jeder Straßenstand oder Laden beschallt die Umgebung mit eigener folkloristischer Trompetenmusik. Die Sonne brennt vom Himmel und die bunten Waren an den Ständen formen ein Kaleidoskop der mexikanischen Marktkultur. Man atmet Abgase und süße, scharfe und faulige Gerüche wabern durch die dicke Luft. Der permanente Fluss von Fußgängern und Fahrzeugen hält die Straßen in unentwegter Bewegung. Dies ist das Paradebespiel für eine mexikanische Stadt an einem Samstagnachmittag. Das ist Mexiko wie ich es kenne: Es ist so ekelhaft und schön zur gleichen Zeit, dass man schreien möchte!!!

Mérida befindet sich kurz vorm Umkippen von “touristisch” zu “verstärkt touristisch”. Erst kam es mir vor, als wären die Leute sehr offen und sind stolz mit ausländischen Besuchern reden zu können. In Wahrheit wollen viele allerdings ihre regionaltypischen Artesanías verkaufen. Durch den ausgedehnten small talk als Auftakt für das eigentliche Verkaufsgespräch machen viele Händler bzw. ihre Gehifen das recht geschickt.  

Typische Artesanías für Yucatán sind guayaberas (helle Leinenhemden aus Sisal) und natürlich hamacas (Hängematten). Der Großteil der Bevölkerung Yucatáns schläft in Hängematten. Ausnahmsweise fand ich diese regionaltypischen Waren recht praktisch und schick. Die Guayaberas wirken als natürlicher Abwechmechanismus gegen Moskitos und belüften genausogut wie die Sportshirts aus Synthetikfaser die ich sonst in der mexikanischen Hitze getragen habe. Allerdings gibt es einen Nebeneffekt: Wenn die Naturfasern feucht werden, riecht es als würde man in einer Kaktusplantage sitzen.

Nachdem ich von Campeche anreisete, wirkt der Stadtkern von Mérida natürlich enttäuschend. Die Stadt ist nicht unbedingt hässlich, aber wirkt gegenüber Campeche profillos. Einen Besuch ist die Stadt durchaus wert – vor allem wenn man sie zur Durchreise nutzt und/oder um die Ruinen von Uxmal zu besuchen. So wie ich es getan habe …

One thought on “Mérida

  1. Pingback: Tour über die Halbinsel Yucatán « (Sobre-)Vivir en México

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