Essen in China – Typisch China / Typisch Shànghǎi

Ein ganz typischer chinesischer Snack sind Jiaozi: gedämpfte, gekochte oder gebratene Teigtaschen in unzähligen Varianten – quasi chinesisches Fast Food, das zu jeder Tageszeit gegessen wird; am häufigsten jedoch vormittags bzw. zum Frühstück (das Fast Food der shànghǎier Mittelschicht auf dem Weg zur Arbeit).

Probiert habe ich die Shànghǎi-spezifischen Teigtaschen bereits an meinem ersten Wochenende. Direkt in einer Seitenstraße köchelte eine Matrone Nudeln und wälzte Teigtaschen in einer großen Bratpfanne. Ich war zuerst skeptisch, doch nach kurzem Fingerabzählen wie viele es sein sollen und zu welchem Preis, stand meine erste Portion original Shànghǎi-Teigtaschen in einer rostige Schüssel vor mir. Für chinesische Verhältnisse war jene familiengeführte Straßenküche recht sauber – in Deutschland würde ein Ordnungsbeamter nicht mal über die Schwelle treten, sondern punktum dem Laden die Konzession entziehen😉

Meine erste Begegnung mit den berüchtigten Teigtaschen Shànghais

 
Aber zurück zu den Teigtaschen Shànghǎis:
Eine Variante heißt “Xiǎolóngbāo” (上海小笼) . Diese kleinen Teigbeutel sind mit hell-rosa Schweinehack und salziger Brühe gefüllt. Schmecken gar nicht schlecht. Andere Variationen sind mit Shrimps, Krebsfleisch, Gemüse oder Mischungen daraus gefüllt. Die Variationen sind vielfältig. Mein Favorit ist bisher die Variante mit Shrimps – typisch für Shanghai ist allerdings der helle Brei aus rosa-sämigem Schweinehack. Xiǎolóngbāo werden in einem Bambuskorb gedämpft. Profis und Kenner verzehren Xiǎolóngbāo mit folgender Technik: Die kleine Teigtasche wird mit Essstäbchen aufgenommen, in ein Gemisch aus Essig und Ingwerstreifen getunkt (oder schon vorher darin ertränkt), dann an den Mund geführt, ein kleiner Teil wird abgebissen und der salzige Fond wird zuerst aus der Tasche geschlürft, bevor die eigentliche Teigtasche samt Füllung verzehrt wird. Das Ausschlürfen der fettigen Brühe ist wichtig. Schlürfen gehört zu den wichtigsten chinesischen Essensgewohnheiten – gleich nach Schmatzen und Katscheln. Schlürfen hilft, denn man verbrennt sich beim Schlürfen von heißen Flüssigkeiten wie Tee, Suppe, Teigtaschen-Saft etc. nicht gleich den Mund/Zunge, weil Flüssigkeit durch das Schlürfen oder Ansaugen schon luftgekühlt wird. Außerdem trägt Schlürfen zur lauten Geräuschkulisse einer chinesischen Essgesellschaft bei.
 
 
 
Es gibt noch eine typische Teigtaschen-Variante in Shànghǎi. Füllung und Verzehrtechnik ist die gleiche. Unterschied ist die Zubereitung: An der “Verschlussseite” wird die Tasche knusprig-braun angebraten und mit Sesam und Frühlingszwiebelstückchen serviert. Diese nennen sich “Shēngjiān”.
 
 
An welches Essen denkt man bei einer Hafenstadt? Richtig, Fisch und Meeresfrüchte. Die Vielfalt der Meeresfrüchte Shànghǎis konnte ich noch nicht annähernd ausprobieren. Beliebt sind jegliche Arten von gebratenen oder frittierten Krebsen, Hummern, anderen Schalentieren, Calamari etc. etc.
Neulich war ich in einer kleinen Gaststätte, die angeblich auf Küche Shànghǎis spezialisiert sei. Davon aber ein andermal – jenes Abenteuer ist eine Geschichte für sich😉

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