French Consession

Freitagabend 22-AUG-2014
Essen mit Kollegen im French Concession. Es überraschte nicht, dass das Restaurant der Wahl im Lonely Planet aufgeführt ist. Ich war skeptisch, denn zum einen war es ein japanisches Restaurant – warum in China japanisch essen wenn die chinesische Küche mir noch so viel Neues bieten kann? Zum anderen war das Lokal gehobenere Preiskategorie als meine sonstigen Essensgelegenheiten.
Der Nobelschuppen heißt Kagen und serviert Tepanaki – Bei dieser Art japanischen Essens bereitet der Koch bzw. Grillmeister auf heißer Platte die Speisen direkt am Tisch der Gäste zu. Das war nett anzusehen und vor allem köstlich. Trotz meiner Skepsis empfehlenswert und an jenem Abend ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis.

In jener Nacht habe ich gelernt, dass die Metro nur bis knapp 23Uhr fährt.
So konnte ich einen nächtlichen Verdauungsspaziergang durch das French Consession zurück zu meiner Unterkunft unternehmen. Das Viertel hatte mich bisher nie sonderlich interessiert. Ist zwar das dickste Kapital im Lonely Planet – hat aber de facto kaum Attraktionen keine tatsächlichen Sehenswürdigkeiten. Abgesehen von den Backsteinhäusern aus den 1920/30ern (genannt Shikumen) und den labyrinth-gleichen, engen Gassen zwischen jenen Hauserzügen. In zwei Bereichen wurden diese Wohnviertel in kleine Shoppingstraßen umgebaut. Tizianfang und Xintiandi – beide vollgestopft mit Designerbotiquen, Nobelschuppen, hippen Cafes, Restaurants, Bars, Einkaufsmöglichkeiten, gehobenen und ausgefallenen Souvenirshops und sonstigen chicen Läden die sinn- und nutzwertbefreite Gegenstände verkaufen. Wie überhaupt das restliche French Consession voll davon ist. Also der Stadtteil wo Hipster aller Nationen auf vielen Wegen Geld auf den Kopf hauen können. Erst recht auf der breiten Huaihai Lu, der mehrspurigen Verkehrsader an der riesige Designermalls stehen.

Nachtspaziergang durchs French Consession - Typisches Geschäft

Nachtspaziergang durchs French Consession – Typisches Geschäft

Samstagmittag 23-AUG-2014
Nach der zweiten Tempeltour habe ich wieder einen Abstecher ins French Concession unternommen. Zum einen um die wenigen Sehenswürdigkeiten dort abzuhaken, zum anderen um vielleicht noch eine kleine Stärkung abzugreifen bevor es mich vielleicht um die Mittagszeit in ein Museum zieht.
Das Backsteinhaus in dem Mao lebte steht als Museum nicht unweit einer Foodstreet.
Die ‘Wujian Leisure Street’ war allerdings enttäuschend für mich. Nur Cafes und Restaurants die schick konform der Noblesse des restlichen French Consessions angepasst sind. Auch Mao mochte wahrscheinlich nicht , dass ich als Stärkung vorher japanische Tintenfischbällchen gegessen habe. Zum einen war sein Museum geschlossen, zum anderen brach ein heftiges Gewitter los, was mich erstmal unter dem Vordach eines Straßenladens festhielt.  Der Regenschirm lag brav im Hotelzimmer. Nach 2 Tagen mit trockenen Füße und ohne Regen hatte ich nun wieder einen Nachmittag mit durchweichten Schuhen.

Maos Haus

Maos Haus

Erhaltenes Backsteinviertel

Erhaltenes Backsteinviertel

Alltag in den erhaltenen Backsteinvierteln

Alltag in den  Backsteinvierteln – Toller Kontrast von Hinterhofromantik und Wolkenkratzerdominanz

Nachmittags habe ich mir im French Concession den/die/das Tianzifang anzusehen. Das ist eine kleines Labyrinth innerhalb der Gassen zwischen den erhaltenen nd konservierte staurierten Shikumenhäusern.
Shikumen ist die Fusion aus Backsteinhäusern europäischen Baustils mit chinesischen Elementen. Populär geworden in 1920ern 1930ern mit florierender Wirtschaft und Bevölkerungsexplosion in Shanghai. Mehrere Familien lebten hier auf engem aber finanzierbarem Raum.
Im Gegensatz zu anderen alten Wohngebieten werden diese Gebäude im French Consession ganz besonders konserviert – quasi Denkmalschutz auf shanghainesisch.

Sonntag 24-AUG-2014
Weiterbildung im Shanghai Urban Planning and Exhibition Center (kurz: SUPEC). Hier gibt es ganz interessante Ausstellungen über die Geschichte der Stadt, die vergangene und zukünftige Stadtentwicklung.
Es gibt auch ein Stadtmodell, diverse Simulatoren und meiner Meinung nach ziemlich viel PR…

… und seltsamerweise hat mich das French Consession wieder angezogen. Nach meinem verspäteten aber abenteuerlichen Mittagessen bei Wǒ jiā cāntīng bin ich Richtung French Consession spaziert um den zweiten Gassenmarkt im French Consession anzusehen: Xintiandi
Im Vergleich zu Tianzifang bietet Xintiandi mehr Raum zwischen den Shikumenhäusern; damit auch mehr Raum für Cafes, Bars, Boutiquen… also für mich nicht so anziehend. Zumindest habe ich auf dem Weg zurück die Straßenzüge auf die ich von meinem Balkon aus blicken kann auch von unten gesehen.

Ein seltsames Wochenende. Mein Fazit zum French Consession: Been there, seen it, let’s move on😉

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