Es sind die kleinen Dinge die Freude bereiten / “Kleiner” Jin Mao

Letzter Tag, letzter Abend, letzte Nacht in Shanghai – 11-SEPT-2014

(Deutsche) Kollegen empfahlen mir schon in meiner ersten Woche in Shanghai einen Feierabenddrink in der Spitze des Shanghai World Financial Center (SWFC). Den Drink und das “Feierabendgefühl” wollte ich aufsparen für den Moment in dem wirklich Feierabend für mich in Shanghai ist: den letzten Abend nach absolvierter Arbeit und erfolgreich absolviertem Auslandseinsatz

Mein Ausflug zur Spitze des SWFC genügte mir dann allerdings um zu überdenken, ob die Spitze des SWFC es wirklich für den letzten Abend wert ist. Da mittlerweile auch das SWFC nicht mehr der höchste Wolkenkratzer in SH ist, ist auch der Attraktionseffekt hinüber.
Schließlich gewann der “kleine” Jin Mao – einst der größte Wolkenkratzer Chinas – nun der “kleinste” zwischen den drei großen Türmen im Wolkenkratzerwald von Pudong – tja, meine Schwäche für Underdogs entschied.

The Big Three at Night

The Big Three at Night

Wider besseren Wissens ließ ich mir von unserer chinesischen Teamassistentin einen Tisch in der “Cloud 9 Bar” im 87. Stock des Jin Mao reservieren. “Einen Platz auf Pudong Seite am Fenster bitte” – diesem Wunsch wurde, in gewohnter chinesicher Servicequalität entsprochen: Platz in zweiter Reihe am Gang, immerhin auf der dem Bund zugewandten Seite, aber nur, weil die Bar in der Woche nicht ausgebucht war und aus Rationalisierungsgründen nur die Hälfte der Bar belegt wurde.
Wie erwartet waren Service und Getränke mittelmäßig – wie in all den Restaurants und Bars “on top of the city/above the city” zahlt man Aufschlag für die Aussicht.
Das Ambiente selbst ist noch moderner als die Kritiken beschrieben, doch leider nicht sehr gemütlich.
Es ist extrem dunkel – egal, welche Einstellung man für Fotos verwendet, keine passt (entweder überbelichtet durch Blitz und dann keine beleuchtete Skyline im Hintergrund – oder zu dunkel um überhaupt etwas zu erkennen).
Die Musik zu laut um sich zu unterhalten etc.

Die Bedienung sprach kaum oder nur wenig englisch, reißt sich allerdings den Arsch auf. Nachdem ich einen alkoholfreien Cocktail bestellte und mir die Bedienung mit den Worten “Long-Island-Ice-Tea” ein Longdrinkglas mit verdächtig dunkler Flüssigkeit servierte, wurde ich etwas stutzig.
Die “Vorarbeiterin” kam sofort an unseren Tisch gestürmt um die Situation zu klären, entschuldigte sich in tiefgebeugter Büßerhaltung und saß mir schon fast auf dem Schoß um mir zu versichern, dass es sich tatsächlich um mein bestelltes Getränk handle – nicht um einen Long-Island-Ice-Tea. Fehlte nur noch, dass sie in ihrer Unterwürfigkeitsgeste einen Dolch zückt und zu meinen Füßen knieend rituellen Selbstmord durchführt…

Naja, been there, seen it. No surprises. Checkmark on my list.

Last Night @ Lujiazui

Last Night @ Lujiazui

One thought on “Es sind die kleinen Dinge die Freude bereiten / “Kleiner” Jin Mao

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