Havana Vieja – Havana Linda

Que cuidad – como esa cuidad no hay otra.

Gedankenfetzen meiner Spaziergänge in Havana:

Blaue Abgase. Von der Sonne gewärmtes, zernarbtes Pflaster. Salzige Brise und Fischgestank. Pfeifende, spindeldünne Jungs – Jineteros? Die meisten davon. Lachende Mulatten Mädels. Prostituierte? Einige davon.

Die Jungs versuchen ihr Glück: “Taxi?!”, “Tabacco?”, “Amigo”, “Mi Amor, ven por aqui!” “Mira! mira!” “Come on my friend! Look at the souvenirs” … “Taxi?!”

Spazierende Leute mit sehnsüchtigem Blick aufs Meer. Angler balancieren auf der Mauer des Malecón; die Angel mit beiden Händen einschunkelnd. Oder weniger gut ausgestattete Angler, die nur eine Leine mit Haken besitzen. Mit rhytmischen Kreisen schwingen sie die Angelschnur wie ein Lasso über dem Kopf, bevor sie mit gerecktem Hals den Köder erneut in die klitschenden Wellen schleudern. “La persecución es mejor que la captura” – The chase is better than the catch.

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Die Jagd die mich treibt, die Suche, die Sehnsucht. Etwas Neuartiges erfahren, eine Erleuchtung finden. Einlullend, dass überall und zu jeder Tages- und Nachtszeit die Stadt vibriert, sich zu Latin-Melodien schmiegt.

Musik spielt an fast jedem Ort. Leute singen und tanzen, sitzen zusammen und lärmen bei angeregten Gesprächen, philosophischen Diskussionen, hitzigen Debatten über das Leben, oder die ganz persönlichen Krisen. Verliebte Päärchen liegen sich in den Armen oder streiten oder argumentieren oder schütten sich gegenseitig das Herz aus.

Jugendliche lärmend beim Ballspiel, lärmende Männer jeden Alters mit scheppernden Schlägen hämmern sie ihre Dominosteine auf die Tischplatte oder lupfen die Steinchen klimpernd aufs Spielbrett.

In Schweigen versunkene Kontrahenten sitzen sich am Schachbrett gegenüber; die Wangen lauernd auf die Fäuste gestützt; sinnierend über die nächten Züge der Spielfiguren – ebenso alte wie junge Schachspieler.

Abwasser läuft durch die Gosse. Hunde, Katzen, Kinder huschen durch die Häuserpassagen. Bei Sonnenauf- und -untergang trifft kein Licht auf die engen Straßen in Havana Vieja – der Altstadt.

Havana vibriert, Havana oszilliert, Havana summt, Havana singt, Havana lebt – lebt in einem unsteten eigenen Rhythmus. Zerfallen, zermürbt, zerrüttet – doch stets aufrecht, mit angelaufenem Glanz vergangener Zeiten. Die Fassade bröselt und bröckelt – doch bricht nicht ein.

Havana – eine Perle die mit fahlem Glanz scheint.

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