Coffee Tasting: Turquino

— english version below —

Turquino – Dieser Kaffee trägt den Namen des höchsten Gipfels Kubas: Pico Turquino. Dieser “türkise Gipfel” liegt in der Sierra Maestra und misst 1974m über NN.

Turquino und Turquino extra soll zu den besten Kaffees Kubas gehören. Diese Auslobung enttäuscht nicht. Bevor ich auf der Reise nach Pinar del Río eine Tasse Turquino probieren konnte, hatte ich vorab in Havana die Gelegenheit eine Kaffeebohne des Turquino zu kosten (in Pralinenform – ahhh… ein himmlisches Geschmacksvergnügen gute, handgeschöpfte Schokolade mit einer edlen Kaffeebohne zu paaren X-D )

IMG_4337

Praline mit Kaffeebohne – Vale la pena de colar por horas …

… und in einem Paladar nahe Pinar del Río  bekam ich die Gelegenheit den Kaffee zu kosten.

Geruch: Süßliche, Karamelnote

Mundgefühl: Süßes Mundgefühl, flüssig

Geschmack: Leichtes, mild fruchtiges Röstaroma, fruchtig nussig wie Kastanie oder wie kurz angeröstete Haselnuss.

Abgang: leicht scharf im Abgang, sanftes Kratzen wie bei säurehaltigen Fruchtsäften

Sonstige Bemerkungen: Gerne wieder 🙂

Turquino

“Cubita” is only written on the cup – though “Turquino” is inside it 😀

— ENGLISH VERSION: —

Turquino – This coffee bears the name of Cuba’s highest mountain: Pico Turquino, this “turquoise peak” stands in the Sierra Maestra and measures 1974m above sea level.

Turquino and Turquino extra are among the best coffees in Cuba – and they don’t disappoint. Before I could taste a cup of Turquino on the trip to Pinar del Río, I had the opportunity to taste a coffee bean of Turquino in Havana (on top of a a piece of chocolate – ahhh … a heavenly taste: good, handmade chocolate paired with a fine coffee bean XD )

… and in a Paladar near Pinar del Río in Viñales I got the opportunity to taste the actual coffee:

 

Smell: Sweet, caramel

Mouthfeeling: Sweet, fluid

Taste: Light, slightly fruity, roasted aroma, fruity-nutty like chestnut or like short-roasted hazelnut.

Finish: slightly sharp in the finish, gentle scraping in the throat like acid fruit juices

Other remarks: Would try it again with pleasure anytime 🙂

Advertisements

Pinar del Río & Valle de Viñales

Nach den ersten Tagen in Havana erfolgte unsere erste Tour. Wir besuchten die westlichste Provinz Kubas: Pinar del Río

Dorthin gelangt man sogar über die autopista, die cubanische Autobahn. Sie erstreckt sich quer von West nach Ost über die Insel – oder zumindest über einen großen Teil der Insel. Wenig Verkehr auf der Autobahn. Vielmehr stehen alle paar hundert Meter AnhalterInnen die den Daumen herausstrecken. Das logistische Problem in Kuba: Wie am besten von A nach B kommen?

Nach Verlassen der Autobahn bereisten wir die Serpentinen der Sierra de los Órganos – so benannt durch die orgelspfeifengleichen Mogotes. Diese bewachsenen Kegelkarstberge geben der Landschaft ein unverkennbares Aussehen. Außerdem gibt es viele Kiefernwälder. Die rote, tonhaltige Erde bietet idealen Nährboden für Tabakanbau. In Pinar del Río soll der beste Tabak Kubas wachsen. Tabakanbau und -verarbeitung liegt in Staatshand; serious business – doch Taba war noch nie mein Geschmack. Die Zigarrenfabrik, die wir besuchen sollten, war leider geschlossen -> die Rohstoffe sind ausgegangen. Jedenfalls kann es nicht der Tabak sein. Davon hat man genug gesehen. Vielleicht fehlte Gummi oder Leim mit dem die Zigarren zusammengehalten werden.

Valle de Viñales – Ein hübsches Tal zwischen riesigen Bergkämmen von Mogotes. Wir wurden an ein Restaurant mit herrlichem Blick über das Hochplateau gelotst.

Zwischenstop in Viñales – einem der größten Orte in Pinar del Río. Gut für ein paar Schnappschüsse. Man merkt jedoch, dass auch Kuba bereits touristisch geworden ist.

Cueva del Indio – Höhlensystem das wir teils zu Fuß abgelaufen, teils mit Booten befahren haben.

Unser Hotel bot sehr schicke Bungalows

und außerhalb der geführten Tour konnte ich ein paar Spaziergänge entlang der Landstraße unternehmen an der unsere Hotelanlage lag.

 

 

Havana Vieja – Havana Linda

Que cuidad – como esa cuidad no hay otra.

Gedankenfetzen meiner Spaziergänge in Havana:

Blaue Abgase. Von der Sonne gewärmtes, zernarbtes Pflaster. Salzige Brise und Fischgestank. Pfeifende, spindeldünne Jungs – Jineteros? Die meisten davon. Lachende Mulatten Mädels. Prostituierte? Einige davon.

Die Jungs versuchen ihr Glück: “Taxi?!”, “Tabacco?”, “Amigo”, “Mi Amor, ven por aqui!” “Mira! mira!” “Come on my friend! Look at the souvenirs” … “Taxi?!”

Spazierende Leute mit sehnsüchtigem Blick aufs Meer. Angler balancieren auf der Mauer des Malecón; die Angel mit beiden Händen einschunkelnd. Oder weniger gut ausgestattete Angler, die nur eine Leine mit Haken besitzen. Mit rhytmischen Kreisen schwingen sie die Angelschnur wie ein Lasso über dem Kopf, bevor sie mit gerecktem Hals den Köder erneut in die klitschenden Wellen schleudern. “La persecución es mejor que la captura” – The chase is better than the catch.

IMG_6362

Die Jagd die mich treibt, die Suche, die Sehnsucht. Etwas Neuartiges erfahren, eine Erleuchtung finden. Einlullend, dass überall und zu jeder Tages- und Nachtszeit die Stadt vibriert, sich zu Latin-Melodien schmiegt.

Musik spielt an fast jedem Ort. Leute singen und tanzen, sitzen zusammen und lärmen bei angeregten Gesprächen, philosophischen Diskussionen, hitzigen Debatten über das Leben, oder die ganz persönlichen Krisen. Verliebte Päärchen liegen sich in den Armen oder streiten oder argumentieren oder schütten sich gegenseitig das Herz aus.

Jugendliche lärmend beim Ballspiel, lärmende Männer jeden Alters mit scheppernden Schlägen hämmern sie ihre Dominosteine auf die Tischplatte oder lupfen die Steinchen klimpernd aufs Spielbrett.

In Schweigen versunkene Kontrahenten sitzen sich am Schachbrett gegenüber; die Wangen lauernd auf die Fäuste gestützt; sinnierend über die nächten Züge der Spielfiguren – ebenso alte wie junge Schachspieler.

Abwasser läuft durch die Gosse. Hunde, Katzen, Kinder huschen durch die Häuserpassagen. Bei Sonnenauf- und -untergang trifft kein Licht auf die engen Straßen in Havana Vieja – der Altstadt.

Havana vibriert, Havana oszilliert, Havana summt, Havana singt, Havana lebt – lebt in einem unsteten eigenen Rhythmus. Zerfallen, zermürbt, zerrüttet – doch stets aufrecht, mit angelaufenem Glanz vergangener Zeiten. Die Fassade bröselt und bröckelt – doch bricht nicht ein.

Havana – eine Perle die mit fahlem Glanz scheint.

IMG_3859

Coffee Tasting: Indonesian Wild Kopi Luwak

— english version below —

“Wieselkaffee” nennt man diesen Kaffee. Einen der teuersten Kaffees der Welt. Der Anbau der Bohnen selbst scheint weniger teuer. Den Preis treibt die Veredelung der Bohnen, denn gerne spaße ich, dass jener Kaffee “durch die Meerkatze ging”. Genau genommen handelt es sich bem Kopi Luwak nicht um eine Meerkatze, sondern um eine Schleichkatze; genauer: einen Musang. Zwar artverwandt, jedoch im engeren Sinne keine Katzenart. Doch zurück zu der Kaffeeverdelung beim Kopi Luwak. Jene indonesische Musangart frisst die Kaffeekirschen und scheidet die unverdaulichen Kerne – die eigentliche Kaffeebohne – wieder aus. Durch die Verdauungssäfte fermentiert die Bohne bereits. Diese Bohnenreste werden gesammelt und dann weiter verarbeitet.

In der Speicherstadt Hamburg bot sich mir die Gelegenheit jenen Kaffee zu probieren.

Optik: Hellbraun, klarer/heller als normaler schwarzer Kaffee
Geruch: Malzig süßlich
Geschmack: Schmeckt ganz anders als normaler Kaffee, sehr mild, weich, nach Karamell

Den Kaffee zu probieren und dabei die Geschmacksnerven voll auf das Getränk zu fokussieren war es wert 11 EUR auf den Tresen zu legen. Geschmacklich hat mich der Kaffee nicht umgehauen. Allerdings verbuche ich es als eine Lebenserfahrung.
Allein die meditative Konzentration auf Geruch, Geschmack etc. hat sich gelohnt – sollte sich auch, denn die Stempelkanne war teuer genug 😉

Indonesian Wild Kopi Luwak

 

— ENGLISH VERSION: —

weasel coffee – strictly speaking, a palm civet (https://en.wikipedia.org/wiki/Asian_palm_civet) unrelated to a weasel. Belongs to the GROUP of cat-alike however not directly cat or weasel.

Not like usual coffee – much better than the regular ground coffee that I get served when drinking coffee (I usually drink espresso – coffee only when served at the hom eof s-.o. else).

Frshly ground good taste, aromatic and mild. Slightly sweet smell, bit like caramel on the tongue.

all in all an experience worth the 11EUR for two cups (one big cup)

http://www.speicherstadt-kaffee.de/

 

 

MacGyver Cooking: Galiamelonen-Basilikum-Limonen-Mixtur

… und noch ein Blogpost über meine Küchenexperimente während der Hitzewelle 2015. Aus der Not, dass zuviel Obst in meiner Küche vor dem Vergammeln gerettet werden musste, entstand leckerer Drink.

“MacGyver Kochen” bezeichnet das Nutzen verschiedener Zutaten, die man gerade in der Küche findet. Bei mir war es eine Galiamelone, Limetten und der Basilikumdschungel der meine Fensterbank überwucherte.

Leider habe ich nicht mehr die genauen Mengenangaben. ich glaube eine halbe Galiamelone, Saft einer Limette und mind. 8 große Basilikumblätter im Mixer pürieren. Sämigkeit nach eigenem Geschmack. Möglicherweise war sogar noch Birne drin … schade, ich finde die Aufzeichnugen nicht mehr …

Fructose Infusion

Fructose Infusion

 

Alles andere als kalter Kaffee: Cold Brew Experiment

Dieser Blogpost entstand in der Hitzewelle 2015:

Eine weitere Hipster-Welle schwappte von den USA nach Deutschland: Cold-brew Coffee

Der Sommer 2015 brannte unerbittlich, in meiner neu-gewonnenen großen Küche zog ich alle Register und mein Kaffeekonsum zog an. Logisch, dass ich cold-brew ausprobieren wollte.

Da scheinbar keine spezielle Röstung benötigt wurde, nahm ich einfach den Espresso den ich ohnehin hatte. Die Rezepte online unterschieden sich vielmehr in den Ziehzeiten – nicht in den Abmessungen.
Allerdings quittierte meine digitale Küchenwaage regelmäßig den Dienst aufgrund von niedrigem Batteriestand. Damit musste ich zerknirscht wieder auf die grobschlächtige Mehlwaage zurückgreifen – Familienerbstück

120g Kaffebohnen -> Espressoröstung von Tschibo Fairtrade
900ml Wasser

Tja, der Mahlgrad … Banausenhaft habe ich 2/3 der Bohnen bei 20sec in der Schlagmühle  (ebenfalls Erbstück) eher grob gemahlen, wie für normalen Filterkaffee. Das letzte Drittel bei 25sec. Das wurde wohl zu fein – fast schon wie für Espresso (Anmerkung: Damals hatte ich noch keine vernünftige Kaffeemühle mit einstellbarem Kegelmahlwerk)

Dem Kaffepulver habe ich – wie die Rezepte verlangten – in einer Schüssel unter Rühren mit Schneebesen das Wasser hinzugegossen. Noch kurz umgerüht, danach abgedeckt stehen lassen für ca. 12,5 Stunden

Das Filtern gestaltete sich ziemlich als ziemlich schmutzig. Durch den Kaffeefilter in die Kanne nach und nach mit Tasse aus der Schüssel geschöpft. Anfangs liefs gut durch, dann versagte der Papierfilter. Das Pulver war scheinbar doch zu fein. Drei Filtertüten sind mir gerissen, bevor der Kaffeesatz komplett mit einlief. Als ich die Kanne umfüllte hatte ich später noch mindestdens eine halbe Tasse Kaffeesatz in der Kanne.

Abgefüllt habe ich ca. 700ml für den Kühlschrank. Den Rest in eine kleine Dose und ab in den Gefrierschrank um sie später als Eiswürfel zu benutzen.

Cold-brew Experiment

Cold-brew Experiment – Hipstermäßig mit “Vintage Blue”-Filter 😉

Das Experiment habe ich nicht wiederholt, den obwohl cold-brew erfrischend an Sommernachmittagen war – einen großen Unterschied zu normalem gebrühtem und danach abgekühltem Kaffee habe ich nich geschmeckt.