Wochenendeinkauf auf den Lebensmittelmärkten in alten Seitenstraßen Shànghǎis

Leser mit schwachem Gemüt oder leicht reizbarem Magen sollten ihren aktuellen Gemütszustand prüfen, vor dem Weiterlesen.

In diesem Kapitel widme ich mich Lebensmittelmärkten die ich abseits der Touristenrouten in Seitenstraßen der “traditionellen” Wohngebiete Shanghais erlebte. Es ist tatsächlich ein Erlebnis. Dagegen schrumpfen die überfüllten deutschen Lebensmittelmärkte am Samstagsvormittag auf einen Kindergeburtstag. Auf den Straßenmärkten die ich in Shanghai am Wochenende erlebte, herrschte dichtes Gedränge – Straßenmarkt bedeutet hierbei wortwörtlich “auf der Straße”. Viele Stände haben nicht mal Tische, sondern präsentieren die bunte Auslegeware direkt auf Decke oder Plane an der Straße.

Hier gibt es nichts, was es nicht gibt.

Manch einem würde sich wahrscheinlich nur beim Gedanken der Magen umdrehen. Ernsthaft, ich warne nochmals: letzte Chance noch den Artikel zu schließen. Bilder dazu gibt es aus Gründen der Fairness gegenüber den schwachen Gemütern nicht direkt in diesem Artikel, sondern demnächst in meinem Picasa Account. [Update 10-SEPT-2014Hier das Bilderalbum zum Beitrag. Videos sind mittlerweile hier auf youtube zu finden.

Was wird auf den Lebensmittelmärkten angeboten? Logischerweise rohes Obst und Gemüse, Getreidesorten, Gewürze, Hülsenfrüchte etc. etc. Desweiteren Fleisch, Fisch, Schalen-, und Krustentiere und eine Vielzahl anderer Meeresfrüchte.
Was ich den chinesischen Einkäufern zugute halten kann: Die Ware muss frisch sein. Viele Kleintiere die für den Kochtopf bestimmt sind, werden auf dem Markt noch lebend angebote. Allen voran: Fische aller Größen, Farben und Exodusstadien. Krebse, Krabben, Sepien, Aale und Meeresfrüchte. Meist stehen Wasserwannen an der Straße, in denen die Meeresbewohner auf ihren Abnehmer warten.

Naturlich gibt es auf dem Markt auch Hühner und Enten. Apathisch warten sie hier auf den Käufer oder die Hinrichtung auf der Straße. Ich habe auf einem Markt, den ich nach meinem Jadebuddha-Besuch erkundete, gesehen wie die Hinrichtung vollzogen wird: Die Ente wurde in einen Topf mit kochendem Wasser getaucht und danach gerupft – weitere Kommentare erspare ich dem Leser -> Eine vom Siedewasser triefendnasse Ente kann einen Hundeblick aufsetzen …

Für Kunden die ihre Fleischbeilage nicht ganz so frisch brauchen, gibt es Hühner und Enten in diversen Verarbeitungsstufen: gerupft oder geköpft, zerteilt, schon zerlegt in Rumpf, Flügel, Füße oder noch weitere Einzelteile. Was für frisch geschlachtetes Huhn gilt, gilt gleichermaßen für Fisch, Aal, Tintenfisch und Co.:
Kurzer Prozess mit dem scharfen Schlachtmesser und dann gleich am Stand ausnehmen. Triefend-glitschiges Gedärm landet entweder neben dem Stand oder in bessern Fällen in einem Eimer für Schlachtabfälle. Manche Tiere werden aber auch lebend gekauft und in Platiktüten nach Hause getragen. Schalen- und Krustentiere bilden Ausnahme im Verarbeitungsprozess. Da sie lebend in den Kochtopf müssen, werden diese auch lebend verkauft; meist verschnürt, damit sie nicht entwischen können und mit Eis werden sie zusätzlich in Kältestarre gehalten.

Größere Tiere habe ich auf dem Markt nicht lebend gesehen. Hier wurden die Körperteile schon für den Markt vorbereitet – alle Teile der für Shànghǎi typischen Küche: Schweinekopf (in verschiedenen Phasen der Verwertung – z.B. Kopf ohne Rüssel, mal nur der Rüssel oder Ohren, Schweinepfötchen, Enten-/Hühnerbeine (entweder im Ganzen, kurz vor der Zubereitung in mundgerechte lange Krallenstücke gehackt). Alles was der Abdecker übrig lässt, gilt hier noch als beliebte Delikatesse oder Zwischensnack.

Oder in der Mitte geteilte Fische. Fast ausschließlich findet man die Fische mit weißem Fleisch bei denen man dann sehr gut die raushängenden, rötlich schimmernden Därme erkennt. Hier findet der Abnehmer die unbehandelte Fleischware gleich neben der Gemüseabteilung des Nachbarstandes. Wie war das noch gleich mit dem Verwenden von unterschiedlichen Hackbrettern für Fleisch und rohes Gemüse?

Der Geruch auf solchen vollgestopften Märketen in Seitenstraßen ist unnachmlich: salzig, faulig, süßlich, bitter, stechend, wohlig, auch chemisch, rauchig, schmierig feucht … hier hat man eine Mischung aus diversen Gerüchen. Ein Wechselspiel aus tierisch-menschlichen Ausdünstungen und industriell-chemischen Endprodukten. Abgestandener Blutgeruch und Gedärm wie in einer Schlachterei – nur ohne die Hygieneseife. Dann die Abgase der Straße: Benzin und Styrolyseprodukte. Die schwüle Luft und drückend stehende Hitze lässt eine Melange gären, die eine Aufgabe in der Meisterprüfung eines Parfümmischers sein könnte.

Auch die Geräuschkulisse ist ein Erlebnis: Lärm von tuckernden Auto- und Mopedmotoren, surrende Elektroroller, Hupen, greinende Menschen, schimpfende und mäkelde Kunden bei der Warenbeschau, weinende oder kreischende Kinder, lachende, singend/summende Muttchens, Hundegebell, vereinzelt Gegacker von Hühnern, das Klatchen von Fischen und Aalen in ihrem Wannengefängnis. Auch Klatschen auf die Straße, wenn Fische/Aale mit einem verzweifelten Sprung der kleinen Waschwanne tatsächlich entkommen – und nur kurze Zeit später vom fluchenden Verkäufer wieder eingesammelt werden.

 

Lieber Leser, danke für die Aufmerksamkeit bis hierhin. Leser kann froh sein, dass es noch keine Möglichkeit gibt die Gerüche aufzunehmen und hier bei wordpress mit dem Artikel zu verknüpfen. Obwohl man die alten Seitenstraßen und Hinterhofgarküchen Shànghǎis am besten mit allen Sinnen erlebt;-) Erleben ist das Wort der Wahl.

Erstes Wochenende in Shanghai – Touri-Tour

Samstag-Sonntag 14-15-AUG-2014

Mein erstes Wochenende in Shanghai stand im Zeichen von Sightseeing einiger berühmten Attraktionen so ziemlich jeder Stadtführer empfiehlt. Jene Attraktionen sind dementsprechend total überlaufen. Leider hatte ich in den ersten Tagen in keine Zeit mein erstes Wochenende vorzubereiten. Also ging ich tatsächlich mehr oder weniger nach dem Lonely Planet. Ich bin noch skeptisch, was die aktuellen Neuauflagen der Städteguides angeht. Die Kritik an meinem Reiseführer ist teils gerechtfertigt (eins der empfohlenen Restaurants liegt in meinem Hotelgebäude – dort kriege ich mein dürftiges Frühstück … aus freien Stücken dort essen würde ich warhscheinlich nicht …)

Samstagvormittag war ich im Shanghai Museum. Wie gesagt, die Arbeitstage zuvor war ich bereits viel zu beschäftigt um noch den Plan für das Wochenende aufzustellen. Daher war es etwas leichtsinnig von mir vormittags ins Museum zu gehen ohne den Wetterbericht zu prüfen. Der Besuch hat sich dennoch gelohnt. Allerdings hat es nachmittags angefangen zu regnen als ich am Bund ankam. Und da fehlte mir der Alternativplan für den verregneten Nachmittag. Ich beschloss einfach draufloszustratzen -> Gonzotourismus. Da mein Reisegepäck durch die vielen Geschenke klein war, brauche ich Kleidung. Also habe ich den nächstgelegenen Markt gesucht für Kleidung zu. Das Marktleben ist einen eigenen Artikel wert – egal welche Art von Markt. Wer weiß ob ich je hier Kleidung finden werde und dann kaufe …

Shanghai Museum
Ein klein bisschen war es Perlen vor die Säue, dass ich ins Museum für chinesische Kulturgeschichte gegangen bin. Da ich über chinesische Geschichte und Kulturelles wie Malerei, Kaligraphie, Handwerkskunst usw. wenig bis gar nichts weiß.
Das Museum ist großer als man von außen denkt. Wenn man es ernst meint, dann kan .an die Ausstellungen nicht ale an einem Tag beauchen. Ähnlich wie Museo de Antropología in Mexico City – das wohl wichtigste Museum über das chinesische Kulturerbe in Shanghai. Sehenswert – aber man sollte tatsächlich vor der offiziellen Öffnungszeit kommen und sich in die bereits wartende Besucherschlange einreihen.
Warten lohnt sich aber: Kalligraphie, Münzen, Jadeschmuck, und natürlich ein reicher Schatz an Porzellan – nicht umsonst wird die begehrte und qualitativ hochwertige Porzellankunst auch Chinaware genannt 😉
Reizuberflutung bei Ming Vasen und dergleichen zerbrechlichen Schätzen aus diversen chin. Dynastien. Im Museum gibt es mehr als man in einem Besuch fassen kann. Sehr sehenswert und definitiv ein Muss wenn man in Shanghai ist!

Der Bund war total überlaufen. Die Sicht auf die von Wolkenkratzern überwucherte Sksline von Pudong war leicht in Nebel gehüllt und der wolkenverhangene Himmel zog sich weiter grau zusammen. Der Platzregen ließ nicht lange auf sich warten. Nach Pudong zu fahren um im Wald der Wolkenkratzer spazieren zu gehen habe ich mir dann erspart. Dafür war das Wetter zu instabil und erst recht ohne Sonne.

Nachmittag bin ich in eher untouristische Viertel gegangen. Dort wartet die beste Attraktion Chinas: Das tatsächliche chinesische Alltagsleben. Inklusive Essen auf der Straße, dreckigen Gossen, stinkende zusammengeflickte Motorroller, Hinterhofgarkuchen, schleimschnäutzende und rotzende Greise, Haustiere mit verfilztem Fell und natürlich Märkte, Märkte, Märkte.
Hier falle ich als Nicht-Chinese manchmal auf wie ein bunter Hund. Ich gebe mir Mühe nicht das Treibgut zu sein, was oben schwimmt in den Wellen des Seitenstraßenlebens Shanghais.

 

to be continued …

Tepotzotlán

Samstag 21-MAI-2011

Nach einer durchfeierten Nacht bei mexikanischen Freunden die sich auf eine Europareise begeben, bin ich mit meiner Freundin am Samstagmittag in den Norden des Estado de México aufgebrochen; in das pueblo mágico Tepozotlan.

Um es gleich von Anfang an zu sagen, mir war unwichtig wie viel sightseeing bei einer gemeinsamen Reise klappt. Wichtig war, dass wir ein schönes Wochenende zusammen verbringen. Die Megacity Mexiko Stadt trennt uns sonst die meiste Zeit voneinander.

Was gibt es in Tepozotlan?
Ein Museum über die Kolonialzeit (Museo de Virreinato). Im Museum sieht man unter anderem die Hinterlassenschaften des Abgesandten der spanischen Krone der den König in der Kolonialzeit in Neu-Spanien vertrat. Aber das Museum haben wir uns nicht angesehen.
In Tepozotlan gibt es außerdem eine Kirche (oder ist es ein Ex-Konvent?). Allerdings haben wir diese immer nur von außen gesehen. Entweder ist sie dauerhaft geschlossen oder wir waren immer zum falschen Zeitpunkt bei der Kirche.

… da erkennt man, dass ich mich auf diesen Trip so gut wie gar nicht vorbereite habe. Trotzdem hatten wir eine tolle Zeit. Besonders, nachdem wir unser Zimmer klargemacht hatten und unser erster richtiger Ausflug sehr schnell auf der Terasse einer Kantine bei zwei Micheladas zu einer ausgedehnten Pause kam. Übernächtigt wie wir waren, schlug der Liter Bier sofort an  🙂

Reisen in México – Spaß ist, was man draus macht.

Veracruz

Samstagabend 12-MAR / Sonntag 13-MAR-2011

Nach dem Aufenthalt in Xalapa bin ich am Samstagnachmittag nach Veracruz weitergereist.

Auch in dieser Stadt habe ich Couchsurfer gefunden. In Xalapa hatte ich bereits kleine Probleme das Haus meiner Gastgeberin zu finden, denn dort gab es zwei Häuser mit der gleichen Hausnummer (in derselben Straße!).

In Veracruz begann es schon damit, dass ich die Straße meiner Gasteberin nicht selbst gefunden habe. Der Taxifahrer den ich angeheuert habe, sicherte mir zweimal zu die Straße zu kennen – selbst dann noch, als er irritiert-suchend im Kreis fuhr. Er hat dann per Funk von seinem sitio Fahranweisungen bekommen und die Straße schließlich gefunden. Aber die Hausnummer nach der ich suchte gab es in der Straße ebenfalls mehrmals – gleich 4 mal! Das habe ich natürlich erst festgestellt, nachdem ich am falschen Haus geklingelt habe …

Mit meiner Gastgeberin und ihren Freundinnnin war ich in nachts in einer Bar wo es live Rockmusik zu hören gab. Die Bar lag direkt am Meer – wobei man nachts davon nicht viel gesehen hat. Es war eine nette Abwechslung, wieder handgemachte Rockmusik zu hören und nicht die meist traurige Mariachimusik, die sogar im Radio läuft.

Das historische Zentrum von Veracruz habe ich am folgenden Sonntag erkundet. Veracruz spielte in so ziemlich jeder Epoche mexikanischer Geschichte eine Rolle. Es gibt in der Tat ein paar hübsche Flecken in der Stadt, aber ihre besten Tage hat sie bereits gesehen …

Hier ein paar Bilder:

Nothing is as reliable as a Volkswagen; especially if you don’t know how the buses work

… what’s missing in my last article about the trip to downtown Mexico City: the way back home. Here are the details that are not in the Lonely Planet. 

It took me nearly 2.5 hours to to get back to Santa Fe via Metro, bus, and taxi. The short trip to Polanco/Auditorio via Metro was quite relaxing because the Metro is not so crowded on sundays. To me it seemed far too boring to take a taxi back to the hotel as long as I haven’t tried to ride via bus.

First challenge: How does a bus stop look like in Mexico ?

In Santa Fe I’ve alreadey seen buses that stop at the road and people jump on or off the bus. However, I couldn’t recognise anything like a bus stop – neither a shelter nor a road sign.

My couchsurfer said: “There are no official bus stops. When you see a bus you can hail the driver to stop …” Correct, but that is not the whole truth. There are official bus stops and there are unofficial bus stops. The official bus stops can be recognised by a small shelter – the unofficial bus stops can be recognized by a waiting crowd of people.

It is possible to get off anywhere on the bus route. One must only signal the driver that he/she wants to get off. Then the driver stops the bus. The Hop-on/Hop-off principle 😉

Second challenge: How do you find out which bus lines serve the bus stop?

Bus schedules are extremely rare, even at official bus stops. Not to speak about departure times! But departure times don’t matter to me if I only knew which bus I should take.

an official bus stop

an official bus stop

So I asked one of the waiting pedestrians, whether he knows if there is a bus to Santa Fe. I was surprised by his answer: “There is a bus to Santa Fe. But that bus will come a bit later.” Actually I expected an answer like “Mañana …” (mañana means tomorrow, and this answer is given if someone does not know the real answer). The señor also told me that I should take the bus which goes to Cuajimalpa. I was a bit suspicious about his answer. By now I can tell if a Mexican knows an answer by heart or if the Mexican makes something up out of embarrasement.

Dicho y hecho (Said – Done), I got on the bus to Cuajimalpa. At first the bus took the way back to Santa Fe, but it took a different junction and instead of going via highway it drove through residential areas. Seemed logical to me, since it is hard to let passengers hop on or off on the highway. However, I did not recognize any of the skyscrapers in that area. And finally, when there were  no skyscrapers at all , but only crooked little houses next to the crowded mountain road, I knew: “This is not the way back home …”

somewhere in Cuajimalpa in a traffic jam

That area of Cuajimalpa/Mexico City was not exactly a slum, but not a nice neighborhood either. There were straying dogs, garbage, crowded narrow streets, noisy, rusty and salvaged car wrecks on the street …

When the street got too crowded with vehicles of any kind, I got off the bus and boarded another bus going into the opposite direction. It was not the same line, but since the direction of the other bus was  Chapultepec, I could be sure to go the way back to downtown and then exit after the intersection of Santa Fe. From there, I would muddle me trough … (this reminds me of someone saying before my trip: “You are an ex-marine. Therefore you are well prepared for the strange environment in Mexico …”)

So I got back to the Santa Fe intersection. By the time I jumped off the bus the fate gave me a friendly pat on the back because I spotted a taxi cab that I already wanted to ride in the times when I knew México City only from pictures: a VW Beetle Taxi

So I tried something that every travel guide labels as dangerous or risky: I hailed a street taxi and boarded it

At least I knew partly what to do:

– The taxi had an official ID (A plus 5 digits)
– The driver was able to show me his taxi license with a photograph that matches his own appearance
– I asked immediately for the fare

All points build a good basis to drive with a street taxi. However, my driver Gregorio would rather drive a Japanese car as the Beetle. One can not blame him, even though the car made a good appearance from the outside (apart from the missing right side mirror and the broken left front light), the front passenger seat was missing, but that seems to be standard on the beetles used as taxis. In the back there were some belts, but none on the side on which I sat. His meter was either broken or intentionally turned off. But that didn’t interest me since we had already negotiated the fare to Santa Fe.

My taxi driver and his beetle

My taxi driver and his beetle

The Beetle from the inside

The Beetle from the inside

The Beetle from the inside

The Beetle from the inside

The Beetle

The Beetle

The speedometer was also broken because it was at 20km/h most of the time, even when we were traveling on the highway. My driver asked me if I wouldn’t hear the engine. Indeed, I haven’t noticed it before he asked – but I’ve seen, and especially heard, other Beetles in Mexico City with a groomier sound 🙂 

But why care about comfort and security instructions for a safe travel? I fully enjoyed the trip to Santa Fe in the Beetle. This was, so far, the hottest deed I did in Mexico. When I was back at the hotel, I had a fat grin on my face for at least half an hour.

Nothing is as reliable as a Volkswagen

Nothing is as reliable as a Volkswagen

 

Metro ticket: 3 pesos
Two bus tickets: 10 pesos
Taxi ride to Santa Fe + generous tip: 80 Peso
Certainty of having ripped the hottest action which a European has ever tried in my project (yet): PRICELESS

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Im VW Käfer zurück nach Santa Fe … oder: Wenn kein Bus fährt ist auf den Volkswagen Verlass

… was in meinem letzten Artikel über den Ausflug nach downtown Mexico City fehlt: der Nachhauseweg. Hier gibt es die Details, die nicht im Lonely Planet stehen.

Per Metro, Bus und Taxi habe ich knapp 2,5 Stunden gebraucht um wieder zurück nach Santa Fe zu kommen. Die paar Stationen mit der Metro waren sehr entspannt, denn sonntags ist es nicht so voll. Von Polanco oder dem Auditorio ein Taxi zu nehmen erschien mir erstmal zu langweilig, solange ich noch nicht probiert habe einen Bus zurück nach Santa Fe zu finden.

Erste Unklarheit: Wie sieht überhaupt eine Bushaltestelle in Mexiko aus?

Bereits in Santa Fe habe ich Busse gesehen, die an der Straße halten und dort Leute ein oder aussteigen. Ich konnte jedoch in keiner Weise ein Haltestelle erkennen – weder durch Unterstand, noch durch ein Schild.

Meine Couchsurferin meinte: “Es gibt keine offiziellen Bushaltestellen. Wenn der Bus kommt, kann man ihn heranwinken.” Das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Es gibt offizielle Bushaltestellen und es gibt inoffizielle Bushaltestellen. Die offiziellen Bushaltestellen erkennt man an einem kleinen Unterstand – die inoffiziellen Bushaltestellen erkennt man an einer wartenden Ansammlung von Menschen.

Man hat mir gesagt, dass es möglich sei, an jedem x-beliebigen Ort auszusteigen. Man müsse nur dem Fahrer signalisieren, dass man aussteigen möchte und dann hält der Fahrer den Bus an. In Mexiko gilt das Hop-on/Hop-off Prinzip 😉

Zweite Unklarheit: Wie bekommt man heraus welche Busse die Haltestelle bedienen?

Selbst an offiziellen Bushaltestellen gibt es extrem selten einen Aushang welche Linien an der Haltestelle verlaufen und welche Route/Haltestellen die Linie abfahren. Ganz zu schweigen von Abfahrtszeiten. Aber Abfahrtszeiten sind mir total egal, sofern ich weiß in welchen Bus ich einsteigen muss. Ich schließlich nicht unbedarft, was Nachverkehr in der spanischsprachigen Welt angeht: Exakte Abfahrtszeiten überlässt man den schnöden Mitteleuropäern 😉

eine offizielle Bushaltestelle

eine offizielle Bushaltestelle

Da die meisten Busse, die an der Bushalte am Auditorio anhielten, nicht in Richtung Santa Fe fuhren, habe ich einfach einen der wartenden Passanten gefragt, ob er weiß ob es einen Bus nach Santa Fe gibt. Über die Antwort war ich überrascht: “Der nach Santa Fe kommt etwas später.” Ich habe mit einer Antwort wie “Mañana…” gerechnet (mañana heißt morgen und ist eine Verlegenheitsantwort, wenn jemand die wirkliche Antwort nicht kennt). Der Herr konnte mir auch sagen, dass ich den Bus in Richtung Cuajimalpa nehmen muss. Ganz glaubwürdig war die antwort auch nicht. Langsam aber sicher erkenne ich, wenn ein Mexikaner aus Höflichkeit eine Antwort gibt bzw. erfindet.

Dicho y hecho  (Gesagt – Getan), ich bin also in den Bus Richtung Cuajimalpa eingestiegen. Der fuhr zuerst Richtung Santa Fe, nahm aber eine andere Abzweigung und bog nicht auf die Autonbahn, sondern fuhr weiter durch Wohngebiete. Erschien mir logisch, da es auf der Autobahn schwer ist Leute aus- oder einsteigen zu lassen. Die Hochhäuser in der Gegend habe ich allerdings nicht wiedererkannt. Und spätestens, als keine Hochhäuser mehr kamen, sondern nur noch schiefe kleine Häuser die sich dicht an der bergigen Straße drängten, wusste ich: “Du bist hier falsch …”

irgendwo in Cuajimalpa in einem Stau

Der Teil von Mexico City war nicht unbedingt ein Slum, aber auch keine schöne Wohngegend. Streunende Hunde, Müll, vollgestopfte enge Straßen, viel Lärm, rostige und ausgeschlachtete Autowracks am Straßenrand …

Als es wegen Stau nur noch mühsam oder gar nicht mehr voran ging bin ich dann aus dem Bus raus und in einen anderen Bus rein, der in die Gegenrichtung fuhr. Nicht die gleiche Linie, aber da das Ziel Chapultepec war, konnte ich halbwegs sicher sein wieder den Weg zurück in die Innenstadt zu nehmen und dann nach der Kreuzung nach Santa Fe auszusteigen um mich von dort aus anderweitig durchzuschlagen… (dabei fällt mir wieder ein, dass jemand vor meiner Reise sagte, ich sei als “Ex-Einzelkämpfer der Marine” gut vorbereitet auf die fremde Umgebung in Mexiko …)

Ich also raus aus dem Bus und durch die Automassen hindurch in den Bus für die Gegenrichtung hinein. Mit dem bin ich dann zurück und hinter die Auffahrt/Abzweigungen nach Santa Fe ausgestiegen. Wie das Schicksal so spielt, sollte ich meine Chance bekommen mit einem Taxi zu fahren, mit dem ich schon fahren wollte, als ich Mexico City nur von Bildern aus dem Internet kannte: Mit einem VW Käfer als Taxi

Ich habe also etwas ausprobiert, was in jedem Reiseführer als gefährlich oder riskant beschrieben wird: Ein Straßentaxi heranwinken und einsteigen

Immerhin wusste ich halbwegs was ich tue:

– das Taxi hatte eine offizielle Kennung (A plus 5 Ziffern)
– der Fahrer konnte mir seine Taxilizenz zeigen, auf dessen Lichtbild er selbst abgebildet war
– den Fahrpreis haben wir gleich beim Anfahren ausgemacht

Schonmal eine gute Grundlage um Taxi zu fahren. Gregorio, so hieß mein Fahrer, würde allerdings lieber einen Japaner fahren als den Käfer. Verübeln kann man es ihm nicht, obwohl der Wagen von außen zumindest einen relativ ordentlichen Eindruck gemacht hat (wenn man vom fehlenden rechten Außenspiegel und dem defekten linken Frontlicht absieht). Im Innenraum fehlte der Beifahrersitz, aber das scheint hier Standard zu sein bei den Käfern die als Taxi genutzt werden. Auf der Rückbank gab es zwar Gurte, aber keinen auf der Seite auf der ich saß. Sein Taxameter war entweder kaputt oder absichtlich ausgeschaltet. Interessierte mich aber nicht, da wir den Fahrpreis schließlich schon ausgehandelt hatten.

Der Tacho war scheinbar auch defekt, weil er die meiste Zeit auf 20Km/h stand; selbst als wir auf der Autobahn unterwegs waren. Mein Fahrer hat mich gefragt, ob ich den Motor nicht hören würde. Habe ich in der Tat erst später wahrgenommen – aber ich habe hier in Mexiko Stadt schon ganz andere Käfer gesehen und vor allem gehört 🙂

Mein Taxifahrer und sein Käfer

Mein Taxifahrer und sein Käfer

Der Käfer von Innen

Der Käfer von Innen

Der Käfer von Innen

Der Käfer von Innen

Der Käfer

Der Käfer

Aber wozu Komfort und Anweisungen für sicheres Reisen? Die Fahrt nach Santa Fe im Käfer hat mir einfach nur Spaß gemacht. Geilste Aktion meines bisherigen Mexikoaufenthalts. Als ich zurück im Hotel war, hatte ich bestimmt noch eine halbe Stunde lang ein fettes Grinsen im Gesicht.

Nothing is as reliable as a Volkswagen
Nothing is as reliable as a Volkswagen

Metrofahrt: 3 Pesos
Zwei Bustickets: 10 Pesos
Taxifahrt nach Santa Fe + großzügigem Trinkgeld: 80 Pesos
Gewissheit die geilste Aktion gerissen zu haben, die sich ein Europäer in meinem Projekt (bisher) getraut hat: UNBEZAHLBAR

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Sonntags in México DF – Mexico City Light

 Mein erster Ausflug in die Innenstadt von Mexico City war am Sonntag, 30.01.2011. Allerdings ist sonntags nicht viel Verkehr in der Stadt, was mir wahrscheinlich kein authentisches Bild dieser Metropole gegeben hat. Ab und an gab es kleine Staus, doch alles in allem ging es gesittet zu. Manche Hauptstraßen werden sonntags für motorisierten Verkehr gesperrt. So auch der “Paseo de la Reforma” an dem wir dann entlangspazierten.

“Wir” heißt: eine Couchsurferin und ich. Wir haben uns morgens am “Auditorio Nacional” verabredet und spazierten dann am Reforma entlang. Mir ist es wichtig ein paar Einheimische zu treffen, die mir erklären können wie der Nahverkehr in Mexiko Stadt funktioniert. Metrofahren ist nicht das Problem. Die U-Bahn funktioniert hier genauso wie in Europa. Vielmehr stellt Busfahren hier eine Herausforderung für mich dar, weil es keine Metroanbindung zwischen dem Stadtkern(en) und Santa Fe gibt. Mexico Stadt ist eine Stadt der Autos; Santa Fe erst recht. Aber zum Busfahren später noch mehr … 😉

Wir sind also am “Paseo de Reforma” bis zum Museo de Bellas Artes gegangen. Auf dem Weg dorthin hat mir meine Couchsurferin schon ein paar gute Tipps gegeben für Museen die sich auf dem Weg befinden. Vom Bellas Artes sind wir per Metro zum “Zócalo” (dem “Plaza Mayor” von Mexico City – nur benutzt man in Mexiko natürlich nicht den Begriff “Plaza Mayor” weil das ein Begriff der Spanier ist … ). Da Sonntag war, habe ich die Metro nicht so voll erlebt wie sie wohl an Wochentagen sein muss (4 Mio Menschen nutzen die Metro täglich).

Ich habe mir den Zócalo größer und belebter vorgestellt. Vor der Kathedrale gab es zwar indianische Tanzgruppen, Straßenhändler, Imbissverkäufer und einen indianischen Medizinmann der die Leute gesegnet hat, aber da der Zócalo auf einer Ebene mit dem Roten Platz in Moskau oder dem Tian’anmen Platz in Peking steht war meine Erwartungshaltung ziemlich hoch. Wahrscheinlich war ich einfach nur enttäuscht, weil am Fahnenmast in der Mitte des Platzes keine mexikanische Flagge gehisst war …

Die Ruinen des “Templo Mayor” habe ich mir nicht angesehen. Da war zu viel Andrang. Auch die Kathedrale habe ich (noch) nicht genauer angesehen. Es war kurz nach 12, also heilige Messe. So pietätslos, dass ich zu so einem Anlass durch die Kathedrale spaziere bin ich nunmal nicht.

Meine Couchsurferin hat mir noch die Fußgängerzone gezeigt die sich an den Zócalo anschließt. Dort haben wir anschließend Jalapeños gegessen und Micheladas getrunken. Micheladas sind diverse Biermixgetränke, die für deutsche Biertrinker wahrscheinlich ein rotes Tuch gewesen wären. Aber ich bin schließlich kein Biertrinker – wobei Bier gemischt mit salziger Soße doch etwas seltsam schmeckt 🙂

Zum Schluss hat mir meine Begleitung noch “Correos” gezeigt – die zentrale Poststation im mexikanischen Jugendstil.

Wie ich schließlich zurück nach Santa Fe kam berichte ich in einem anderen Artikel 😉

Insgesamt war es ein schöner Tag, der sich ein bisschen wie Urlaub angefühlt hat. Positiv erwähnt werden sollte noch, dass ich weder von den Eiswürfeln in den Mixgetränken noch von den in Essig eingelegten Jalapeños krank geworden bin 😉