Mexikanische Geschichte atmen: San Miguel und Dolores

DATUM: Irgendwann in der letzten Juniwoche

La última crusada … die letzte größere Reise in Mexiko ging in den Bundesstaat Guanajuato.
Am Tag meiner Rückkehr aus dem Yucatán-Urlaub nach DF, reiste ich mit Roberta weiter in den Bundesstaat Guanajuato zu Verwandten von ihr (siehe Beitrag zu Celaya).

Die Südhälfte Mexikos war im Würgegriff des Tropensturms Arlene. In DF hat es ebenfalls nur geregnet und im Bundesstaat Guanajuato war der Himmel auch dauerhaft wolkenverhangen mit vereinzelten Wolkenbrüchen.

Wo man hintritt trifft man im Bundesstaat Guanajuato auf mexikanische Geschichte.

San Miguel - Irgendwann in Mexiko

San Miguel - Irgendwann in Mexiko

San Miguel - Kathedrale

San Miguel - Kathedrale

Blick auf San Miguel

Blick auf San Miguel

Wir haben einen Tagesausflug nach San Miguel de Allende und einen Trip nach Dolores Hidalgo unternommen.

Dolores Hidalgo - Statue Statue Miguel

Dolores Hidalgo - Statue Statue Miguel

Wissenswertes über San Miguel lässt sich auf wikipedia nachlesen. Da muss ich gar nicht erst anfangen zu berichten, dass sich in San Miguel 1810 die Armee der Unabhängigkeitskämpfer formte und dass der Beiname San Miguels auf den General Allende zurückgeht. Der Ort selbst wird heutzutage von vielen Künstlern und vielen ausländischen Pensionären bewohnt. San Miguel war desöfteren Kulisse für mexikanische Filme oder für amerikanische Filme die eine typisch mexikanischen Ort brauchten (z.B. Irgendwann in Mexiko). Außerdem ist es als Pueblo Mágico natürlich touristisch – wobei man davon im Regen nicht viel gemerkt hat. War nicht das ideale Ausflugswetter …

Eine weitere Pilgerstätte für Mexikaner ist der verschlafene Ort Dolores. Hier soll der mexikanische Volksheld Miguel Hidalgo seinen Grito de Dolores ausgerufen haben. Der Priester Miguel Hidalgo soll am 16. September 1810 die Kirchenglocke geläutet haben um die Revolutionäre zu versammeln und die Absetzung der spanischen Regierung durchzuführen. Der genaue Wortlaut seines “Unabhängigkeitsrufes” ist nicht überliefert. Die Person Hidalgo ist nicht ganz unstrittig, denn sein Lebensstil war schwer mit dem eines Priesters vereinbar und sein Ruf an die Unabhängigkeit wird hinter vorgehaltener Hand anders gedeutet als in den Geschichtsbüchern steht. Eins gehört nunmal zu vielen Helden und Buhmännern der mexikanischen Geschichte: Tragik

Saludos de Dolores

Saludos de Dolores

Tepotzotlán

Samstag 21-MAI-2011

Nach einer durchfeierten Nacht bei mexikanischen Freunden die sich auf eine Europareise begeben, bin ich mit meiner Freundin am Samstagmittag in den Norden des Estado de México aufgebrochen; in das pueblo mágico Tepozotlan.

Um es gleich von Anfang an zu sagen, mir war unwichtig wie viel sightseeing bei einer gemeinsamen Reise klappt. Wichtig war, dass wir ein schönes Wochenende zusammen verbringen. Die Megacity Mexiko Stadt trennt uns sonst die meiste Zeit voneinander.

Was gibt es in Tepozotlan?
Ein Museum über die Kolonialzeit (Museo de Virreinato). Im Museum sieht man unter anderem die Hinterlassenschaften des Abgesandten der spanischen Krone der den König in der Kolonialzeit in Neu-Spanien vertrat. Aber das Museum haben wir uns nicht angesehen.
In Tepozotlan gibt es außerdem eine Kirche (oder ist es ein Ex-Konvent?). Allerdings haben wir diese immer nur von außen gesehen. Entweder ist sie dauerhaft geschlossen oder wir waren immer zum falschen Zeitpunkt bei der Kirche.

… da erkennt man, dass ich mich auf diesen Trip so gut wie gar nicht vorbereite habe. Trotzdem hatten wir eine tolle Zeit. Besonders, nachdem wir unser Zimmer klargemacht hatten und unser erster richtiger Ausflug sehr schnell auf der Terasse einer Kantine bei zwei Micheladas zu einer ausgedehnten Pause kam. Übernächtigt wie wir waren, schlug der Liter Bier sofort an  🙂

Reisen in México – Spaß ist, was man draus macht.

Taxco

Lunes 28-FEB-2011

Después disfrutamos la vida en Acapulco, viajamos a Taxco. Es un otro Pueblo Mágico. La expresión “pueblo” significa algo diferente que en Europa. Taxco tiene población de más de 50,000 de habitantes – pero todovía se llama “pueblo”.

Taxco de arriba / Taxco von oben

Taxco de arriba

Taxco se ubica en las montañas de Sierra Madre del Sur. Si se van ahí, se ven panoramas fantásticas del pueblo con sus casas blancas y antiguas. Se conservan los edificios antiguos y es prohibido de construir edificios modernos en este pueblo.

Los aztecas le llamaban este lugar “Tlachco” (lugar para jugar de pelota). Taxco era un pueblo de minas. En siglo XVI, los españoles buscaban estaño ahí. Pero ellos descubrían plata. Sacaban plata por algunas décadas. Todavía hay muchas plateros en Taxco. Pero no estoy seguro de que la plata es de ahí o la es de un otro lugar. Porque la mayoridad de plata en este region está explotado …  
La iglesia de Santa Prisca es uno de los puntos de interés. Es de estilo barocco colonial. El minero Jóse de la Borda donaba eso edificio porque él descibría y sacaraba plata en cantidades grandes en Taxco.

Las calles angostas y abruptas y las panoramas hermosas en Taxco justifican su título: Pueblo Mágico.

 

Vista de Plaza Borda / Aussicht vom Plaza Borda

Vista de Plaza Borda (Zócalo)

Calles abruptas / Steile Straßen

Calles abruptas

Iglesia de Guadelupe

Montag 28-FEB-2011

Nachdem wir das Leben in Acapulco genossen haben, reisten wir nach Taxco. Dies ist ein anderes “Pueblo Mágico” (magisches Dorf). Der Begriff “Dorf” bedeutet etwas anderes als in Europa. Taxco hat eine Bevölkerung von über 50.000 Einwohnern – wird aber trotzdem “Dorf” genannt.

Taxco befindet sich in den Bergen der Sierra Madre del Sur. Wenn man dorthin fährt, dann sieht man eine fantastische Aussicht auf das Dorf mit seinen weißen und altertümlichen Häusern. Alte Gebäude bleiben erhalten und es ist verboten moderne Gebäude in dieser Stadt zu errichten.

Die Azteken nannten den Ort “Tlachco” (Platz zum Ball spielen.) Taxco war eine Bergbaustadt. Im sechzehnten Jahrhundert suchten hier die Spanier nach Zinn. Aber sie entdeckten Silber. Sie förderten Silber für ein paar Jahrzehnte. Noch heute gibt es viele Silberschmieden in Taxco. Aber ich bin mir nicht sicher ob das Silber von dort stammt oder von einen anderen Ort. Das meiste Silber der Region wurde bereits gefördert …

Die Kirche von Santa Prisca ist eine der sehenswürdigkeiten. Gebaut wurde sie im barocken Kolonialstil. Der Bergmann Jóse de la Borda spendete dieses Gebäude, weil er in der Nähe große Mengen Silber entdeckt und gefördert hat.

Taxco de arriba

Taxco de arriba

Die engen und steilen Gassen und die wunderschönen Aussichten in Taxco rechtfertigen den Titel “Pueblo Mágico”.

Un de los Pueblos Mágicos: Cuetzalan // Eins der magischen Dörfer: Cuetzalan

Am 05. Februar begehen die Mexikaner den “Aniversario de la Constitución Mexicana” (Jahrestag der mex. Verfassung). Da dieser gesetzliche Feiertag in diesem Jahr auf einen Samstag fiel, wurde der Montag zum Brückentag. Damit bot sich die Gelegenheit über das lange Wochenende etwas weiter weg zu fahren.

Wochenende 04.02. – 07.02.2011:

Chinesisches Neujahrsfest in Mexico City

Chinesisches Neujahrsfest, México DF

Bevor Claudia und ich in der Nacht auf Samstag per Bus nach Cuetzalan aufbrachen, trafen wir uns in der Innenstadt von Mexico City mit ein paar Mexikanern und gingen auf das chinesische Neujahrsfest in Chinatown. Zu dem Fest gehörten rote Lampions, Tänzer mit Pappdrachen, ein mit Menschen vollgestopfter Markt und natürlich krachendes Feuerwerk. 

Cuetzalan ist ein Bergdorf im Nordosten des Bundesstaates Puebla. Der Golf von Mexiko ist knapp 70 KM entfernt, was zu wechselhafterem Wetter als in Mexico DF führt. Bei unserer Ankunft fuhren wir am Samstagmorgen zuerst durch trockene und sonnige Landschaften, bis wir schließlich die Berge erreichten und vor lauter Nebel dummerweise nur knapp 30-40 Meter weit sehen konnten. Doch die weißen Nebelschwaden an unserem ersten Tag in Cuetzalan trugen zu einer geheimnisvollen Atmosphäre im Dorf bei – eben ein pueblo mágico.

Ortseingang Cuetzalan bei Nebel

Ortseingang bei Nebel

Nach einer schlaflosen Nacht in Busterminals und Autobussen galt es nach der Ankunft einen Eindruck vom Dorf zu bekommen, eine Unterkunft zu finden und ganz wichtig: Frühstücken!

Mittlerweile habe ich die nächste Stufen auf der Skala mexikanischen Essens erreicht. Nämlich “Größere Mahlzeiten außerhalb von Santa Fe” und “Essen von der Straße” zu probieren. Das alles klappte ohne gesundheitliche Komplikationen. Details über mexikanisches Essen folgt später – das ist mehrere separate Artikel wert.

Trotz Nebel unternahmen wir am ersten Tag einen Ausflug zu den brisas (kleiner Wasserfall). Auch ohne ins Wasser zu gehen, wurden wir aufgrund des Nebels nass. Das Wetter war nur bedingt geeignet für einen Ausflug zum Wasserfall – wegen Nebel schon feucht genug – doch egal. So reiste ich zum ersten Mal per camioneta (kleiner Transporter der anstelle des fehlenden Nahverkehrs die Anwohner von Dorf zu Dorf bringt). Die Touren waren jedesmal holprige Fahrten in überfüllten Pritschenwagen auf schlaglochzerfressener Straße – aber spaßig.

 

Nebel - Weg zu den Brisas

Weg zu den Brisas

 

Las Brisas

Las Brisas

Las Brisas
Las Brisas
Blick von unserer Terasse auf die Kirche

Blick von unserer Terasse (ohne Nebel)

Glücklicherweise klarte es am Sonntag auf. Der Nebel war weg und die Sonne wärmte das Dorf. Und uns fiel auf, dass wir von der Hotelterasse einen herrlichen Blick auf das Dorf und besonders die Kirche hatten.

Am Sonntagvormittag herrschte buntes Treiben im Zentrum des Dorfes. Am und auf dem Platz um die Kirche standen dicht an dicht die Verkäufer und boten ihre Waren feil. Kaufen konnte man hier alles mögliche. Gemüse, Obst, Kaffee, Vanille, Fleisch, Kleidungsstücke, Schmuck und Gewürze (natürlich auch Chili). Besonder ulkig fand ich, dass es an auf dem ganzen Markt zusammengenommen Hühnchen in verschiedenen “Zubereitugsstufen” angeboten wurde: lebend, enthauptet und gerupft, ausgenommen und natürlich auch servierfertig.

Sehr aufdringlich sind die Straßenverkäufer, die keinen eigenen Stand haben, sondern versuchen ihre Waren an Passanten und Restaurantgäste zu verkaufen. Diese Verkäufer lassen nicht locker, solange sie noch nicht alles präsentiert haben, was sie in ihrem Säcklein zum Verkauf anbieten.

Fleischverkauf - man beachte den Schweinekopf

Fleisch jeglicher Art

 

The Indigenous Way of Trading

Angebot und Nachfrage

 

chiles y verduras

chiles y verduras

Nachmittags haben wir uns eine Vorführung der örtlichen voladores angesehen. Voladores (zu dt. Fliegende) sind eine Gruppe von Männern, die sich gekleidet in Trachten von einen hohen Stamm kopfüber abseilen. Das sieht ein bisschen aus wie Kettenkarussel – mal abgesehen davon, dass es keine Gondeln gibt und die Voladores sich kopfüber dem Boden entgegenzirkeln. Einer von denen hat beim Abseilen sogar noch mit Flöte und Schlaghölzchen musiziert!

 

Voladores beim Aufstieg

Voladores beim Aufstieg

 

Voladores beim Abseilen

Voladores beim Abseilen

Musizierender Volador beim Abseilen

Musizierender Volador

 

Außerdem sind wir an dem Tag aus dem Dorf raus zu einer Tropfsteinhöhle gefahren. Aber die Flora außerhalb der Höhle war für uns letztlich doch ein schönerer Aufenthaltsort.

Für den letzten Tag, Montag, ergab sich wieder eine Planänderung: Eigentlich wollten wir bei gutem Wetter zu den Ruinen, doch laut Reiseführer sind diese am Montagen geschlossen. Auch die Touristenauskunft konnte nicht genau sagen ob die Ruinen geöffnet sind, denn vermutlich hätten die Betreiber der Stätte keine Lust mehr so kurz vor den Regionalwahlen noch zu arbeiten (- Wann werde ich die mexikanische Logik verstehen?). Darum entschlossen wir uns einen der weiteren Wasserfälle in der Umgebung zu besuchen; genannt la cascada.

Zu spät stellten wir leider fest, dass wir wieder auf dem Weg zu den brisas waren (ohne Nebel sieht die Umgebung nunmal anders aus :-S ). Aber ein Einheimischer war bereit uns zu einem “viel cooleren” Wasserfall zu führen – gegen Bezahlung versteht sich. Diese Führung wurde zum Höhepunkt des Tages, wenn nicht sogar der ganzen Reise. Der Pfad über den wir liefen führte ins Tal zwischen zwei stark bewälderten Bergen. Vorsichtshalber hatte unser Führer auch eine Machete und ein Seil dabei, falls der Weg unpassierbar sein sollte. Passierbarkeit ist in Mexiko relativ. Der Abstieg zum Wasserfall (und der spätere Aufstieg zurück) kann locker mithalten. Ein kleiner Trampelpfad zog sich durch Farne und Moose, führte vorbei an Kaffeesträuchern, kreuzte eine belebte Ameisenstraße und endete schließlich am Bach des Wasserfalls, den man nur über glitschige Steine passieren konnte. Den Heimweg trat ich mit nassen Schuhen an und meine Jeans war nach dem Spaziergang im Bach bis zu den Knien durchweicht. Aber alle Widrigkeiten die der Weg zum Wasserfall mit sich brachten waren es wert! Wenn man vor der Felsflucht steht, in die der Wasserfall herabschießt, weht einem eine frische Brise entgegen. Die kühle Luft umgarnt einen mit tausend kleinen Wassertropfen und durch das metertiefe doch glasklare Wasser kann man jedes Detail der Kiesel auf dem Grund erkennen. 

Am Nachmittag traten wir die Reise zurück in den Alltag von México DF an. Obwohl uns das Schicksal desöfteren einen Streich gespielt hat, war es ein sehr schönes Wochenende …

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